Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-922403
Abweichende 
Kirchen formen. 
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Form in vollkommenerer YVeise aus, mit Kreuzgewölben 
und Spitzbögen; sie herrschte vorzugsweise in den Ge- 
genden, wo man gebrannte Steine anwenden musste, also 
im Norden, fand aber später weite Verbreitung. Die Con- 
sequenzen dieser Anordnung für die Detailbildung Werde 
ich später angeben, und bemerke nur im Allgemeinen, 
dass daraus ein einfacher massenhafter und leicht ver- 
ständlicher Charakter der Gebäude hervorging". 
Von denFormen des Uebergangsstyls ist wenig 
Allgemeines zu sagen, nur soviel, dass in allen Ländern 
häufige Beispiele gleichzeitiger Anwendung des runden 
und des spitzen Bogens vorkommen, und zwar gewöhn- 
lich in der Art, dass Fenster und Portale rund gedeckt, 
Während die Gewölbe und die Verbindungsbögen der 
Pfeiler schon spitzbogig sind, dass man mithin diesen 
Bogen für die constructiven tragenden Theile verzog, 
während man jenen für die minder belasteten beibehielt. 
Als 
Klasse 
besondere 
eine 
kirchlicher 
Gebäude 
sind 
die 
runden und polygonen (acht oder zwölfeckigenl) 
Kirchen oder Kapellen zu erwähnen, die sich in allen 
Jahrhunderten des Mittelalters vorfinden. Für Kathedra- 
len und grössere Münster brauchte man zwar diese Form 
seit der karolingischeil Epoche überall nicht. Dagegen 
kommt sie anfangs häufig- an Baptisterien Wie in der 
altchristlichen Zeitig), später an Grabkircheu oder an 
Votivkapelleil vor. Auch brauchte man später und früher 
diese Form , um angebliche Nachbildungen des heiligen 
Grabes als Erinnerung an eine Pilgerfahrt ins gelobte 
Land oder zur Erweckung frommer Gefühle zu errichten. 
Alle diese Rundgebäude sind gewöhnlich durch eine 
Vgl. 
III. 
T11. 
18a
        

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