Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-922268
Portale. 
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Da. sich über jeder Statue ein solcher Bogen von Gestal- 
ten erhebt, so laufen diese Gestaltenreihen parallel 
und mit symmetrischer Beziehung ihrer Gruppen empor, 
wobei denn, da der innere Bogen kleiner ist als der be- 
nachbarte äussere, jener gewöhnlich eine Gruppe weni- 
ger erhält. 
Unterwerfen wir dies gothische Portal einer rein ar- 
chitektonischen Kritik, so kann man nicht läugnen, dass 
es dem romanischen nachsteht; überlassen wir uns aber 
der malerischen Wirkung, so sind wir für diesen Verlust 
in andrer Weise entschädigt. An die Stelle jener wür- 
digen, aber einfachen Erscheinung ist nun eine Welt von 
Gestalten getreten, und das reichste Spiel von Licht und 
Schatten auf den Körpern selbst und auf der weich ge- 
schsvungenen Gliederung ihres Hintergrundes fesselt das 
Auge und beschäftigt den Sinn. 
Die Faeade der Kreuzschiife erhielt meistens nur Ein 
Portal i), die vordere dagegen bei reicheren Kirchen 
drei  welche dann durch die Strebepfeiler von ein- 
ander getrennt Wurden und mithin den drei Schiffen ent- 
sprachen  Sehr häufig fand man aber diese mächtig 
vertretenden Pfeiler, zumal wenn sie zur Sicherung der 
Thürrne ungewöhnlich stark gebildet werden mussten, 
zu plump und der Facade unangemessen. Man benutzte 
sie daher, um die Portale noch grösser und reicher zu 
i) Der 
Portale. 
Dom 
zu Chartres 
und der 
zu Köln haben auch hier drei 
H) Ausnahmsweise bei grösseren Kirchen, z. B. bei der L0- 
renzkirche in Nürnberg und sehr häufig bei kleineren oder einfache- 
1' eh Gebäuden kommt auch hier nur Ein Portal vor. 
 Am Dom zu Chartres führen ausnahmsweise alle drei Portale ill 
das Mittelschiif, während die Thurmmauer undurchbroclien von unten 
beginnt.
        

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