Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-922159
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Der 
StyL 
gothische 
kreuzförmig sich öffnende Blume 1') hervor. So erschien 
denn jene aufsteigende Kraft durch die Leistung des N öthi- 
gen noch nicht erschöpft, sie brachte auf dem kräftigen 
Stamme noch leichte Blüthen und gab dem Ernste einen 
anmuthigen Schluss; es ist eine ähnlicheAeusserung der 
Kraftfülle, wie in demFenstermaasswei-k die inneren Spit- 
zen der Pässe. Diese Blumenzierde wurde übrigens ebenso 
wie an den Fialen auch an andern schrägen Ecken, mit- 
hin an denen der Dächer oder an den frei emjnorstehen- 
den Spitzgiebeln, von denen noch weiter die Rede sein 
wird, angebracht und gehörte hier, während der Blüthe- 
zeit des Styls, zu den nothwenigen Erfordernissen. 
Die Strebebögen entspringen aus dem Pfeiler et- 
was über dem Dachgesimse der Seitenschiife und legen 
sich an die Strebepfeiler des Oberschiffes in der Gegend 
des Gewölbanfanges oder etwas höher an. Sie haben ge- 
wöhnlich eine eben so steile Haltung wie die inneren 
Spitzbögen und sind unterwärts nach Art der inneren 
Gurtungen mit herzförmigen Rundstäben gegliedert. 
 Natürlich durften sie aber, um dem 
 oberen Strebepfeiler hinlänglichen Wi- 
X derstand zu leisten, nicht aus einer blos- 
  sen Gurtung bestehemsondern enthielten 
 oberhalb des eigentlichen Bogens noch 
ein Mauerstück, das , um nicht zu belastend zu sein, 
durchbrochen und in Maasswerk zu einer Reihe von auf- 
rechtstelienden Spitzbögen (wie am Dome zu Amiens) 
oder zu fortlaufenden Rosetten oder Pässen (wie am 
Dome zu Köln) ausgearbeitet ivar, und sich mit einer 
mehr oder minder kräftig gegliederten Bedachung in 
Englischen: 
Finial.
        

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