Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919781
Hierarchie. 
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der äussem Einheit, sah sich in ihrem innern Wesen 
gefährdet und empfand, dass nur reine Hände die höchste 
Leitung übernehmen dürften. Daraus entstand dann eine 
neue, mehr hierarchische Weltansicht, die der welt- 
lichen Macht nur sehr untergeordnete Rechte einräumte. 
Dies grossartige, bekanntlich von Gregor VII. auf die 
Spitze getriebene System war etwa folgendes. 
Die Christenheit sollte ein grosses Reich mit fester 
Ordnung werden; in ihm sollten die Laien ihrem Berufe 
folgen, in geheiligter Ehe leben, das-Amt des Schwertes 
verwalten, die Früchte der Erde ziehen; alle in gehöriger 
Abstufung und Unterordnung unter Fürsten und Königen, 
an der Spitze aller der Kaiser. Wenn sie den Körper, 
sollte die Kirche die Seele der Christenheit bilden. Sie 
sollte rein bleiben von Leidenschaft und menschlicher 
Schwäche , die irdische Liebe, die Vaterfreude , jedes 
weltliche Treiben war ihren Dienern versagt. Sie sollte 
aber auch sicher sein gegen Weltliche Angriffe, daher in 
fester Abstufung, in unverbrüchlichem Gehorsam wohl- 
geglietlert, aus einzelnen Menschen bestehend, aber von 
Einem Geiste durchwaltet. Die Laienwelt empiing dann 
von ihr den Genuss des Heils, die Verheissung des Se- 
gens, die Erlösung durch Busse, leistete ihr dafür, wo 
es dessen bedurfte, den Dienst des Schwertes. An der 
Spitze dieser priesterlichen Hierarchie sollte der Papst 
stehen, als Stellvertreter Christi, welcher, durch eine 
auserlesene Schaar erwählt, nothwendig der Reinste und 
Beste sein müsste. Sein Von dem heiligen Geiste ein- 
gegebener Ausspruch sollte dann allen Zwist lösen, alle 
Ungewissheit heben; zu ihm sollten alle Völker aufblicken, 
vor ihm alle Mächtigen sich beugen , V01! ihm alle U11 
bilden gerügt werden. Das Reich Gottes sollte dadurch,
        

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