Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-921972
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Der 
gothisclne 
StyL 
Gestalt an. Das Gesims, welches in romanischen Bauten 
den Raum zwischen den Scheidbögen und den Fenstern 
als eine einfache horizontale Linie durchschnilt, kommt 
jetzt nicht mehr vor. Bei kleineren und einfacheren 
Kirchen war eine solche 'l'heilung der Wand jetzt ent- 
behrlich, da bei der grösseren Höhe der Seitenschiffe und 
der Scheidbögen und dem tiefer gelegenen Anfang des 
Fensters zwischen beiden nur ein geringer Raum übrig 
blieb. Bei höheren und reicher ausgestatteten Kirchen 
brachte man dagegen Gall erie n an, welche jedoch nicht, 
wie die des romanischen Styles, die Tiefe der Seiten- 
schiife erhielten und nicht zum Aufenthalte eines 'l'l1eils 
der Gemeinde dienten, sondern nur in der Mauer des 
Oberschiifes als ein schmaler Umgang hinliefexx, der aber 
durch seine nach dem Schiffe zu geöffneten Arcaden ein 
mittleres Stockwerk bildete. Die Gliederung dieser Ar- 
caden bestand, wie bei den romanischen Gallerien, aus 
kleineren von grösseren überspannten Bögen, entsprach 
aber durch die Zahl und die Abstände der Bogenstützen 
und durch das Maassiverk der Bogenfelder den Fenstern, 
von denen letzteres sich nur durch kräftigere Formen unter- 
schied. Sie bildeten daher auch in dieser Beziehung 
einen Uebergang von den 'l'ragpfeilern zu dem Stabwerk der 
Fenster, vom Schweren und Ernsten zum Leichten und 
Luftigen. Gewöhnlich haben sie eine unverziertc Mauer 
hinter sich, zuweilen ist. diese aber auch von Fenstern 
(lurchbrochen, in andern Fällen dagegen fehlt auch der 
Umgang hinter ihnen und sie werden zu blinden Nischen, 
also zu einem blossen Ornament. In Ermangelung eines 
anderen technischen Ausdruckes mag man diese Gallerien 
xiach dem Sprachgebrauche der englischen Archäologen
        

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