Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-921966
Fenstergliederuxlg. 
231 
nannte diese Art der Verzierung, im Gcgensatze gegen 
das an Kapitälen und einigen andern Stellen vorkommende 
Laubwerk, Maasswerk und wandte es wie an den 
Fenstern auch an anderen Stellen, an Gallerien, Wand- 
feldem, Giebeln und sonst, durchbrochen oder blind, an. 
Schon aus dieser Schilderung ergiebt sich aber, wie man- 
nigfaltige Formen sich aus diesen einfachen geometri- 
schen Grundgedanken entwickeln liessen; Geschmack 
und Phantasie hatten hier freies Spiel. Anfangs bildete 
man das Maasswerk in den Fenstern derselben Reihe 
in gleicher Weise, ziemlich bald ging man aber davon 
ab und gestattete sich Abwechselungen. Nur die Zahl der 
Pfosten war dann gleich, die Verschlingungen über den- 
selben aber durften verschieden sein; insoweit fand da- 
her jene freiere Symmetrie, die im früheren Style eine 
so bedeutende Rolle gespielt hatte, auch hier noch An- 
wendung. Bei den Fenstern fortlaufender Reihen brauchte 
man meistens die grade Zahl der Oeffnungen, bei sol- 
chen dagegen, welche die Mitte einer Gruppe oder einen 
Abschluss bildeten, also etwa bei den Fenstern des Chor- 
schlusses , oder bei dem mittleren von drei Fenstern der 
Kreuzfacade, zog man eine ungrade Zahl vor; jenes 
gab den Ausdruck des Unselbstständigen und mithin Fort- 
laufenden, dieses den einer (zentralen Einheit. 
Auch 
die 
Gliederung 
der 
Wände 
nahm 
eine 
andere 
Punkte beriihrfe. Zuweilen jedoch ist der innere Bogen dem äussereu 
anliegend gebildet, mithin aus demselben Centrum geschlagen und 
daher, weil auf kleineren-Basis, spitzer oder mehr lancetförmig. Diese 
bei weitem weniger organische Anwendung ist iu England , die an- 
dere iu Deutschland und Frankreich vorherrschend. Ausnahmen kom- 
men aber auch in Deutschland vor, wie z. B. am Portale der B'raueu- 
kirche in Nürnberg. Kallenbach Taf. 55-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.