Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-921908
Fenstergliederung. 
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W_H  ähnliche Fürm, indem die beiden 
hineinragenden Spitzen gleichsam 
fyf   zwei untere Blätter und ein oberes 
"f? H.   schieden. Dies liess sich aber auch 
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zur Bildung ganz abgeschlossener 
Figuren benutzen, indem man drei, vier oder mehrere 
grössere oder kleinere Kreistheile so zusarnmenlegte, dass 
sie sich nach der Mitte öffneten, nach aussen aber ver- 
banden, mit den Spitzen der abgeschnittenen Stellen in 
den innern Raum hineinreichten, und so eine Figur bilde- 
ten, die einer flachen, aus mehreren Blättern bestehenden 
Blume glich. Die Franzosen und Engländer bezeichnen 
diese Figuren schlechthin nach der Zahl der Kreistheile 
oder Blätter, als Drei- oder Vierblatt (trefbil, quatre- 
foil), u. s. f., die deutschen WVerkmeister brauchten da- 
für das Wort Pass, d. h. Maass, um die geometrische 
Bildung und die Fügsamkeit dieser Form anzudeuten. 
Beispiele von vier- und sechstheiligen Passen sind in 
den oben abgedruckten Fenstern gegeben. In der That 
konnte man in dieser WVeise unzählige Variationen hervor- 
bringen und sie jedem beliebigen Raume anpassen. Man 
konnte nicht bloss die Zahl, sondern auch die Form der 
Blätter ändern, indem man grössere oder kleinere Theile des 
Kreises anwendete, oder auch die einzelnen Blätter, statt 
aus ungebrochenen Kreislinien, aus Spitzbögen bildete. 
Man konnte sie alle gleich, oder auch einzelne grösser 
machen als die andern, und sie so den unregelmässig- 
sten Feldern anfügen, wie z. B. schon in der Fensterfül- 
lllng dem dreieckigen Raume, welcher von den Schen- 
keln der äusseren und inneren Spitzbogen und dem einge- 
schriebenen Kreise begränzt wird. Jeder solcher Pässe 
IV. 15
        

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