Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-921863
Fenstergliederung. 
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Schlussstein, der dann irgend eine bildliche Verzie- 
rung, meistens eine Blätterrose, erhielt. 
Viel wichtiger wurde die Ausbildung der Fen- 
ster, sie gelang in solcher Weise, dass sie zu einer der 
grössten Zierden des gothischen Baues wurden. Um das 
System, des dabei zum Grunde lag, zu erklären, müssen 
wir wieder auf die Formen, die im romanischen Style 
und während des Ueberganges entstanden, zurückgehen. 
Im früheren romanisehenStyle waren sie ohne grosse Be- 
deutung, blosse Lichtöfiiiungen von geringem LTmFange, 
die zwar durch ihre rundbogige Bedeckung dem Gedan- 
ken der Wölbung entsprachen, übrigens aber keine orga- 
nische Verbindung mit den anderen Gliedern des Gebäu- 
des hatten. Später versuchte man in verschiedener 
Weise ihnen eine grössere Bedeutung zu geben. Man 
setzte drei Fenster nahe aneinander, machte das mittlere 
höher als die beiden seitwärts gelegenen, und bildete 
so eine Gruepp e, in Welcher schon der Gedanke des 
Aufstrebens angedeutet war; man gliederte die Fenster- 
wände nach Art der Portale, gab ihnen Abstufungen und 
setzte in dieselben Säulen, welche man durch einen der 
breitem Ueberwölbung untergelegten Bogen in Form eines 
Wulstes verband, man bildete auch wohl die Fenster 
grösser und theilte sie dann wie es bei den Luftlöchern 
der Thürme schon sehr frühe geschehen war, durch eine 
oder zwei Säulen, und verband diese unter sich und mit 
den an der Fensterwantl angebrachten Säulchen durch 
Bögen. In diesem Falle lag es ilahe, da denn doch die 
einzelnen unter diesen Bögen befindlichen Oeffiluilgen 
ein Ganzes bilden sollten, dies dadurch auszudrücken, 
dass man die äusseren Fensterwände durch einen, jene 
beiden kleineren Bögen über-deckenden grösseren Bogen
        

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