Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-921825
Das 
Kapitäl. 
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WO vier alte und aeht junge Dienste den Schaft um- 
geben. Häufig ist jedoch die Zahl grösser, auch sind 
zuweilen die Seiten ungleich, so dass die Grundgestalt 
Von dem übereekgestellten Quadrate mehr oder weniger 
abweicht. Oft ist die Breite des Pfeilers unter den Ar- 
caden grösser als die Tiefe, oft die Seite des Haupt- 
sehiffes stärker als die der Seitensehiffe. Im Mittel- 
sehiffe finden sich bei reichster Ausbildung fünf Dienste, 
lvon denen der mittlere, stärkere den Quergurt, die bei- 
den nächsten die Diagonalen, die beiden letzten die Stirn- 
bögen an der Wand des Obersehiifes tragen. Im Seiten- 
schiffe und unter den Areaden ist dann wohl dieselbe 
Zahl, aber zarter gehalten und durch mannigfaltigere 
Zwischengliederung verbunden, bei grösserer Arcaden- 
breite auch wohl noch vermehrt. 
Das Kapitäl lief anfangs, so lange man den runden 
Kern als Säule deutlich hervortreten liess, um diesen und 
die Halbsäulen herum; als der Bündelpfeiler völlig ausge- 
bildet Wurde, blieben die schlanken Höhlungen frei, und 
wurden nur von dem Blättersehmuck an den Kapitälen 
der nebenstehenden Dienste beschattet. Die Kapitäle der 
Dienste im NebensehiEe und unter den Areaden, alle in 
einer Höhe gelegen und eng aneinander stossend, bilde- 
ten auf diese Weise ein Ganzes; dagegen zogen sie sich 
bei weiterer Entwickelung des Pfeilers niemals mehr über 
die Dienste des Mittelschilfes, diese liefen vielmehr 1111- 
unterbrochen bis oben hinauf und erhielten ihre Kapitäle 
erst unter den oberen Gurten. 
Auch 
für die 
Gestalt 
und 
den 
Schmuck 
der 
pitäle entstanden jetzt andere Gesetze; an die Stelle 
jener wechselnden und springenden Symmetrie trat; die 
Nothwendigkeit gleicher Behandlung, an die Stelle der
        

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