Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-921808
Pfeilerbildung. 
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Bedeutung, sondern nur die der Vereinigung dieser 
Stützen, das Ganze ist nur die Gruppe von mehreren Ein- 
zelnen. Der Name B ü ndelp feiler, (Franz. calomzeg an 
fbisceaux, engl. cluslered pillars), mit welchem man häu- 
fig diese Pfeiler belegt hat, bezeichnet dies im Allgemei- 
nen; die altdeutschen Werkmeister unterschieden deut- 
licher, sie nannten den ganzen Pfeiler Schaft, die ein- 
zelnen Gewölbstützen aber sehr ausdrucksvoll Dienste 
und bezeichneten die stärkeren, unter den vier Haupt- 
gurten gelegenen und nach den vier Seiten vorspringen- 
den, als alte , die andern schlankeren als junge Dienste. 
Schon jene romanischen Pfeiler bildeten, wenn man 
von der Verschiedenheit ihrer runden und eckigen Theile 
abstrahirte und sie als ein Ganzes mit 
]  einfachen Linien umzeichnete, ein über- 
 eck gestelltes Viereck. Indessen 
 war dies nur ideell, es bekam nicht 
 wirkliche Gestalt; die Basis bestand, wie 
der Pfeiler selbst, aus lauter vorspringen- 
den Ecken. Bei den Bündelpfeilern wurde es viel 
anschaulicher, dass sie ein Ganzes bildeten, nach des- 
sen Grundgestalt man zu fragen habe. Die Basis 
konnte diesen feinen Linien des Vor- und Zurück- 
tretens nicht folgen; sie erhielt daher meistens die 
Gestalt eines übereckgestellten Quadrates, dessen äus- 
serste Spitzen jedoch, entsprechend den stärksten Gur- 
ten und Bögen, vorn abgestumpft waren, so dass die 
ganze Figur, wenn man diese verhältnissmässig sehr 
kleinen Seiten mitzählen will, ein Achteck bildete. An- 
fangs bestand diese Basis des Ganzen aus eine!" einfü- 
chen Platte, auf welcher dann die Basis jedes einzelnen 
Pfeilers,' in Gestalt eines kleinen Pliihles ruhete. Später
        

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