Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-921729
Ueberblick. 
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mit dem Nothwendigen begnügt; die schweren, gedrück- 
ten Säulen erscheinen wie das Uebermaass demüthiger 
Gesinnung, die überkräftigen Glieder wie ein unbehol- 
fener Diensteifer, die bunte Ornamentik mit ihren phan- 
tastischen Ausbrüchen verräth die unter der ascetischen 
Regel fortlebende Naturkraft und bildet eine nothwendige 
Ergänzung; so starker Ernst bedarf so derben Scherzes, 
Wir lassen uns auch das Ungeschickte und Kindische 
gefallen, wenn wir wahrnehmen, wie nahe es mit der 
kindlichen Einfalt und Frömmigkeit zusammenhängt, auf 
der auch das Grosse und Gute beruhet. Indessen blieben 
diese Mängel liicht unbemerkt und erzeugten das Bedürf- 
niss der Abhülfe. Da sie aber ebensowohl wie die Vor- 
züge des Styls aus dem Geiste der Zeit hervorgingen, 
so konnte dieser Geist sie nicht trennen, nicht diese 
beseitigen und jene behalten, sondern musste nach einem 
neuen Princip suchen, vermöge dessen er sein Ziel zu 
erreichen glaubte. Dies Bestreben brachte anfangs die 
Schwankungen des Uebergangs, endlich aber den gothi- 
Sehen Styl hervor.
        

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