Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-921700
Ornamentik. 
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artige, tauartig gewundene, nägeb, rautenförmige u. dgl. 
Wenn Kragsteine unter dem Gesimse liegen, wie dies 
in Frankreich und England meistens der Fall ist, so sind 
diese entweder einfach oder sie nehmen die Gestalt von 
Köpfen, Masken, Ungeheuern an. 
Für den Reiehthum der Verzierungen kann 
man es als eine durchgreifende Regel ansehen, dass er in 
umgekehrtem Verhältnisse zu der organischen Ausbildung 
der Architektur steht. Je mehr diese vorgeschritten, 
desto mehr scheut man es, ihre Wirkung durch bunten 
Schmuck zu schwächen; je weniger diese zu thun giebt, 
desto freier ergeht sich die Phantasie im Uebertlüssigen. 
Aber dennoch muss man es im Ganzen als eine Eigen- 
thümlichkeit des romanischenStyles auch bei seinen voll- 
kommnerenErzeugnissen festhalten, dass er das Orna- 
ment, diese Mittelgattung zwischen bedeutungsvoller 
Plastik und reiner Architektur, liebt und mit grosser 
Schönheit ausgebildet hat. Es gehört dies mit zu seinem 
Charakter, hängt mit seinen Vorzügen und Mängeln 
zusammen. 
Wir 
haben 
Illlll 
die 
Rundschau 
im 
Aeusseren 
und 
Inneren vollendet und können versuchen, uns den Ein- 
druck, welchen die Gebäude dieses Styls zu machen 
pllegen, zu vergegenwärtigen und zu erklären. Im Gan- 
zen ist es ein wohlthätiger, wir finden uns in der Mitte 
grossartiger, wohlgeordneter Verhältnisse, einer einfachen 
aber strengen Gesetzlichkeit, eines tiefbegründeten und 
doch leicht verständlichen Zusammenhangs. In dieser! 
regelmässigen, viereckigen oder kreisrunden Formen 
spricht sich ein schlichter Sinn mit voller Klarheit und 
unerschütterlicher Bestimmtheit in kräftiger Ruhe 
aus; wir werden von dem Geiste kirchlichen Ernstes
        

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