Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-921683
Ornamentik. 
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das vorherrschende. In den Höhlungen finden sich oft 
Schnüre von Kugeln oder Perlen, Reihen von Blumen 
oder Prismen (Brillanten). Menschen oder Thiergestalten 
kommen an den Bögen romanischer Bauten nur in gewis- 
sen Gegenden vor; im Allgemeinen hielt man den Ge- 
danken des Schmucks, im Gegensatze gegen den des 
Bildlichen, fest, das ganze Portal sollte, wie das reiche 
Werk des Goldschmiedes, mit Edelsteinen, mit anmuthi- 
gern Blattwerk, mit wechselnden aber bedeutungslosen 
Formen glänzen, man verlangte daher eine rhythmische 
Beziehung, einen harmonischen Gegensatz der Theile, ein 
Ganzes, dessen Einheit durch die Darstellung lebendiger 
NVesen gestört worden wäre. So blieb es selbst da, wo 
man im ruhigen Drange nach Bedeutungsvollem und 
Abenteuerlichem in Wandfeldern und Nischen und selbst 
auf der ebenen Wandfläche Bildwerke einfügte. Für 
höhere Darstellungen diente dagegen das Bogenfeld über 
der Thüre; doch war man auch hier mässig, brachte ver- 
wickelte Gegenstände selten an, und begnügte sich, etwa 
das Bild des Herrn in ovaler Glorie, von zwei Engeln 
gehalten, das Lamm mit dem Kreuze, oder Gruppen von 
Wenigen Figuren darzustellen, und oft liess man es bei 
der blossen Form des Kreuzes oder auch bei einfachen 
Blumengewinden oder Säulenstellungen bewenden. 
Der B0 gen fries ist meist ohne weitere Verzierung; 
erst in der späteren Zeit des Styls suchte man Abwechse- 
lllllg, indem man die Schenkel der Bögen blumenartig 
Zllspitzte, oder eckig abschnitt, oder die Linie des B0- 
gens mit einer Höhlung umgab. Zuweilen auch ist das 
Von dem Bogen eingefasste Feld mit einer Blume. einem 
Stern oder Aehnlichem gefüllt. Am Gesimse brauchte 
man gern einfache gradlinige Verzierungen, die durch
        

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