Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-921615
Der 
romanische 
Styl. 
in ihrer cylindrischen Form und in ihrem Dache, das 
über der Halbkuppel sich mit einer Spitze an das empor- 
ragende Kreuzschiff anlegt, hinlänglich ausgesprochen ist. 
Eben dadurch weist die ganze Structur dieses Theils 
nun auch auf einen Thurm oder eine das Mittelglied 
einer Thurmgruppe bildende Kuppel über der Vierung 
des Kreuzes hin. Hier iindet jenes verstärkte Kreisen 
seinen Mittelpunkt, jene in den Arcadenreihen sich er- 
hebende Schwingung ihre Spitze, und der im ganzen Bau 
angeregte Gedanke einer rhythmischen Centrali- 
sation seine plastische Erfüllung. 
Eine äusserste Consequenz dieses Centralsysteins 
war es, dass man in manchen Gegenden auch die Kreu z- 
arme wie die Chemische abrundete, so dass dann 
die Kuppel, auf drei Seiten von gleichen Halbkreisen um- 
geben, über denselben schwebte, und das Langhaus als 
eine Ausstrahlung oder ein Ueberströmen dieser (zentralen 
Kraft; erschien. Hier war wirklich eine, jedoch freilich 
durch die Beibehaltung des lateinischen Kreuzes stark 
modificirte, Annäherung an das byzantinische Central- 
system. In andern Fällen, wo die Kreuzarme rechteckig 
gebildet sind, stellt schon die Chornische an sich ein 
Centralsystem dar, indem sie durch einen Umgang von 
der Breite der Seitenschiße vergrössert, und äusserlich 
auf ihrer Rundung mit mehreren wiederum halbkreisförmi- 
gen Kapellen besetzt ist, so dass dann der grössere 
Halbkreis von mehreren kleineren, wie von radialen 
Ausstrahlungen, umgeben ist. Noch häufiger wird etwas 
Aehnliches, aber mit schwächerer Wirkung, dadurch er- 
langt, dass auf der östlichen Seite des Kreuzschilifes, 
mithin auf beiden Seiten der Chornische, kleine Conchen 
angebracht 
sind.
        

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