Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-921588
Portale. 
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und gestattete, dass man sich mit einer Säule auf jeder 
Seite des Portals begnügte, oder den Weohsel von Ecken 
und Säulen zwei, drei oder vier Mal Wiederholte, je nach- 
dem man das Portal einfacher oder reicher halten wollte. 
Da diese wichtigste Stelle den höchsten Schmuck er- 
forderte, so wurden auch die Stämme der Säulen oft ver- 
ziert, gewöhnlich so , dass diese Verzierung wechselte. 
Man beobachtete dabei jenes Gesetz der freien Symme- 
trie, machte daher die Säulen derselben Seite verschieden, 
oft mit rhythmischer Wiederkehr, hielt aber eine sym- 
metrische Gleichheit beider Seiten fest. Diese war denn 
auch schon durch den Bogen bedingt; denn es verstand 
sich von selbst, dass die Abstufung der VVände an der 
Ueberwölbung fortgesetzt, und mithin jedes entsprechende 
Säulenpaar durch einen bestimmten Bogen verbunden 
wurde. Daher kam es denn auch, dass man diese einzelnen 
Bögen als kräftige Wülste behandelte und den darunter 
befindlichen Säulenstämmen gleich odenähnlich verzierte, 
oder ihnen doch durch Aushöhlung ihrer Ecken eine 
leichtere, den innern Umschwung ausdrückende Form 
gab. Dieser regelmässige Wechsel runder und eckiger 
Schwingungen in gleich kräftiger Bildung gab dann 
dieser Wölbung in höherem Grade als im gothischen 
Style das Bild einer feierlichen Glorie, welche an den 
leuchtenden Glanz und den raschen Umschwung des Fir- 
maments erinnerte. Dies wurde in verschiedenen Schulen 
verschieden aufgefasst. In gewissen Gegenden, nament- 
licb in der Normandie und in England, liess man sich 
von dem Lichtgedarlken zu sehr beherrschen, alle Ver- 
zierungen bezogen sich auf den Mittelpunkt des Kreises 
und hatten die Richtung des Ausstrahlens von (lemv 
selben, wodurch sie entweder flach wurden oder die 
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