Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-921375
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Der 
romanische 
StyL 
innerhalb derselben bildete, sondern sie in kräftigen-er 
Form, mit wirklicher Tragekraft, den Pfeilerfläehen an- 
legte. Dies setzte freilich voraus, dass ein Bogen vor- 
handen war, dem diese Halbsäule als Stütze dienen 
konnte; allein dazu fand sich mehr als eine Gele- 
genheit. 
Zunächst zeigte sie sich unter denVerbindungsbögen 
der Pfeiler. Bei grossen Dimensionen des Gebäudes und 
namentlich des Pfeilerabstandes war es wünschenswerth, 
den Mauerbogen, welcher die obere Wand trug, noch 
durch einen schmalen Gurtbogen zu verstärken, wel- 
cher die Mitte und mithin die Wichtigste Stelle jenes 
breiteren Bogens stützte und zugleich demselben eine ab- 
gestufte und folglich belebte Gestalt gab. Dieser Bogen 
bedurfte dann eines vor dem Pfeiler vertretenden Trägers 
und wurde daher auf die Kapitäle der an den inneren 
Pfeilerseiten angebrachten Halbsäulen gelegt. Noch nöthi- 
ger Wurden solche Halbsäulen, sobald man die Schiffe 
überwölbte. Dies geschah wohl zuerst in den Seiten- 
schiHen. In manchen Gegenden, hauptsächlich in Frank- 
reich, aber auch zuweilen in Deutschland, brachte man 
über den Nebenschiffen Gallerien oder Emporen an, wie 
sie in den byzantinischen Kirchen als Aufenthalt der 
Frauen herkömmlich waren. Wenn man auch im Abend- 
lande diese strenge Scheidung der Geschlechter nicht für 
nothwendig hielt, so dienten solche -Gallerien doch ent- 
weder als Sitz der Nonnen in Klosterkirchen oder als 
Sängerchöre oder überhaupt zur V ergrösserung des Raums. 
Unter diesen Gallerien schien dann die Anwendung des 
Kreuzgewölbes sehr rathsam. Aber auch sonst waren 
in diesen niedrigen Räumen die graden Decken auffallen- 
der, die Gewölbe leichter ausführbar, und schon als
        

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