Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-921368
Gliederung 
V01] 
Pfäilern 
und 
Bögen 
171 
Seitenschiffe dagegen blieb es sehr fühlbar, weil hier 
der wechselnden Reihe eine überall gleiche einfache Wand 
gegenüber stand, die nichts enthielt, was mit den Säu- 
len correspondirte. Wurde dagegen die Reihe aus Pfei- 
lern gebildet, so war zwar noch keine vollkommen sym- 
metrische Verbindung mit der Aussenwand hervorge- 
bracht, aber doch der Gegensatz gemildert. 
Dies führte auch auf eine feinere Ausbildung der 
B ö gen, deren rohe, scharfkantige Leibung gegen die ab- 
gerundeten und gegliederten Pfeiler in jener neuen Gestalt 
contrastirte. S0 lange noch neben den Pfeilern Säulen 
standen, konnte man an eine Verbindung des Bogens 
mit den Stützen nicht denken. Sobald aber die ganze Reihe 
aus Pfeilern mit halbsäulenartigen Ecken bestand, konnte 
man die Kante des Bogens durch Einkerbung und Abrun- 
dung zu einem Rundstabe umformen, dadurch die Ueber- 
einstimmung von Pfeilern und Bögen erlangen, und 
zugleich der Halbsäule an der Ecke des Pfeilers eine hö- 
here Bedeutung verleihen, indem sie nicht mehr als ein 
blosses Ornament, sondern als Trägerin des ihr entspre- 
chenden Rundstabes am Bogen erschien. Die rhythmi- 
sche Gruppirung und die wechselnde Symmetrie beider 
Reihen war nun zwar nicht mehr so stark betont wie 
sonst, dagegen hatte der perspectivische Anblick durch 
diese Rundstäbe, die sich von Pfeiler zu Pfeiler hoben 
und senkten, eine bisher ungekannte Lebendigkeit er- 
halten"). 
Der Gedanke, die Säule mit dem Pfeiler zu 
verschmelzen, war aber ein fruchtbarer und führte 
auf einen ganz andern, wichtigem Gebrauch, indem man 
die Halbsäule nicht bloss als Einkerbung der Pfeilermasse 
Kloster Biirgvlin 
bei Putlrich 
und 
in Kallenbachs Chronologie.
        

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