Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-921325
Eckblatt. 
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die mit ihren vier Ecken über den dar-aufliegenden kreis- 
runden Pfühl hinausstand und auf ihrer flachen Oberfläche 
durch einen tiefen Schatten von der kräftigen Rundung 
dieses Pfühles abgesondert war, entsprach nun freilich 
dem antiken Gedanken horizontaler Auflagerung, nicht 
dem des verticalen Aufsteigens; allein bei diesemkleinen 
und zu den Füssen des Beschauers liegenden Gliede war 
dieser Widerspruch nicht sehr auffallend. Dennoch ver- 
letzte er das Gefühl und man erfand ein Mittel ihn zu 
beseitigen. Man legte nämlich in die vier Ecken der 
Plinthe eine kleine Verzierung, welche den Contrast mil- 
derte und die gradlinige Form in die runde überführte. 
Anfangs erscheint sie wie ein Knollen, als 0b man eine 
Thonmasse auf die Ecke gelegt, um sie auszufüllen, spä- 
ter bildete man sie zierlicher, etwa wie ein Blatt, das 
auf der Rundung aulliegend sich sanft.und geschmeidig 
in die Ecke hineinbog; auch Thiergestalten wurden dazu 
benutzt. Einige Male, jedoch seltener, sind jene einfachen 
Eekklötzchen zwar beibehalten, aber um die ganze Run- 
 dung mit einer gefalligen Senkung her- 
w umgeführt, so dass der Pfühl wie aus 
 einer Hülse sich empordrängt. In andern 
I; Fällen erlangte man ohne Anwendung 
 dieser Klötzchen eine ähnliche Wirkung, 
indem man die Plinthe kleiner bildete und 
den darauf liegenden Pliihl über sie hinausreichen liess, 
so dass das Auffällige der horizontalen Auüagerung auch 
hier verschwand. Man sieht, wie rege und bewusst der 
Geist war, und wie bereit zu neuen Erlindungelh Sobald 
e!" nur seinen Zweck klar erkannte. 
Nachdem man anfangs bald Säulen baldPfeiler 
angewendet hatte, kam man auf den Gedanken, beide
        

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