Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-921313
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Der 
romanische 
Styl. 
einer kreisälnllichen Gestalt, Während der. Bogen das 
Innere darstellt und steht daher in einem Gegensatz, 
aber in einem, der ein innerliches Verhältniss zwischen 
ihnen anschaulich macht; denn beide zusammen stellen 
eine Art Wellenlinie, ein Steigen und Sinken dar; die 
kurze , ausladende Curve des Kapitäls giebt gleichsam 
den Anlauf zu der weiten, radförmigen Schwingung des 
Bogens. In Verbindung mit der steilen Basis und dem 
stark verjüngten Stamme zeigt sich die kräftige Ausla- 
dung des Kapitäls als das Resultat dieser aufsteigenden 
Bewegung und als die Erweiterung des Schlanken in die 
obere breite Wand. Zum vollen Abschluss dieses Wech- 
sels von Ausladung und Einziehung kam nun noch eine 
Deckpl atte auf dem Kapitäle hinzu. Sie ist mit Vor- 
liebe behandelt, in ganz anderm Sinne wie in der antiken 
Architektur; immer von verhältnissmässig grösserer 
Höhe, dagegen wenig ausladend. Wenn sie senkrechte 
Seitenflächen hat, sind diese oft verziert, was in der klas- 
sischen Architektur nicht vorkam; meistens aber stellt 
sie einen Theil einer umgekehrten Pyramide dar und 
wird oben breiter, oder sie besteht aus einem Wechsel 
von Rundstäbexi und einer Kehle, ähnlich der umge- 
kehrten attischen Basis, nur mit weniger kräftiger Aus- 
ladung. Sie soll offenbar nicht bloss abschliessen, son- 
dern auch die Säule erhöhen, den Gedanken des Auf- 
stcigens und Erweiterus noch einmal und kräftig wieder- 
holen. 
In diesem Sinne ist dann ferner eine Veränderung 
sehr bemerkenswerth, die mit dem Säulenfusse vor- 
ging. Indem man die att-ische Basis beibehielt, musste 
man ihr auch eine Plinthe geben, damit der volle Pfühl 
nicht unmittelbar auf dem Boden auflag. Diese Plinthe,
        

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