Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-921259
160 
Der 
romanische 
Styl. 
angewendet war, verlassen , die Formlosigkeit der alten 
Basilika noch gesteigert, das Aeussere oft durch die An- 
Fügung eines westlichen Chors, durch Kreuzgänge, Klo- 
stergebäude oder Anderes entstellt und verhüllt  Die 
Ausbildung begann im Innern; hier zeigten sich die 
ersten Anfänge jener mehr rhythmischen Auffassung des 
Grundplans. Zunächst fühlte man die Nothwendigkeit, 
den Chor würdig auszustatten. Dies geschah durch die 
schon oben bemerkte Verlängerung des Chorraums ver- 
mittelst eines vor die Nische desselben gelegten Quadra- 
tes. Durch dieses, da es sich in seinen Mauern als Fort- 
setzung des Mittelschiffes zeigte, trat auch sofort das 
Kreuzschiff und sein mittleres Quadrat deutlicher hervor. 
Damit verband sich dann ferner, dass man den ganzen 
Chor bedeutend höher legte, und den dadurch gewonne- 
nen unteren Raum zu einer Gruft oder Krypta benutzte. 
Des griechischen Namens ungeachtet war diese Form 
dem byzantinischen Style fremd. Wohl finden sich in 
Italien und im gelobten Lande Kirchen mit unterirdischen 
Räumen, welche unter dem Namen der Confessionen 
die Gebeine und das Andenken frommer Märtyrer be- 
wahren und an die Katakomben erinnern. Allein dies 
hat auf die bauliche Gestalt keinen Einfluss, der Altar- 
raum des Chores ist gar nicht, oder doch nur höchst 
unbedeutend, über dem Boden des Kirchenschiffes 33') erhöht. 
ä) Deutlicher als an den noch erhaltenen aber von manchen 
Anfiigungen befreiten oder durch spätere Zeiten veränderten Kirchen 
sehen wir dies an dem Plan des Klosters von S. Gallen, der neuer- 
lich im sorgfältigen Facsinnile mit Erläuterungen von Ferdinand Kel- 
ler (Zürich 1844-) herausgegeben ist. Vgl. oben IlI. S. 494. 
H) Unter den römischen Basiliken macht höchstens S. Prassede 
eine Ausnahme; die Lombardei gehört auch hier wie in andern Be- 
ziehungen mehr der germanischer: Schule an.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.