Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-921229
Zweites 
Kapitel. 
Der 
romanische 
Styl. 
Die Beibehaltung römischer Formen, Welche die Be- 
nennung dieses Styls als des romanischen veranlasst 
hat, beruliete nicht auf einem bewussten Vorsatze. Nur 
in den Gegenden, wo sich bedeutende römische Ueber- 
bleibsel als Vorbilder darboten, oder in einzelnen, nur in 
einem kurzen Zeitraume vorkommenden Fällen gelehrter 
Nachahmung erstreckte sie sich auf feinere , der Antike 
speciell angehörige Details; im Ganzen dagegen behielt 
man die alte Form nur bei, bis man Anderes an ihre 
Stelle zu setzen wusste, Während der Sinn beständig Hilf 
ein Neues gerichtet war, auf jenes gemeinsame Ideal 
des Mittelalters. Dies Ideal stand aber nicht als ein kla 
VHS Bild mit festen Umrissen vor der Seele, sondern 
äusserte sich nur als ein dunkles Formgefiihl, das von 
dem Ilergebrachten nicht befriedigt war und es umzuge- 
stalten suchte. Die Entwickelung des neuen Typus be- 
gann daher an kleineren Theilen, schritt zu wichtigem
        

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