Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-921091
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Das 
gemeinsame 
IdeaL 
Grundplans anzudeutcn. Daher kommt denn auch die 
Rundsäule nicht mehr ausschliesslich vor, sondern wird 
mit Pfeilern entweder abwechselnd gebraucht oder zu 
Einem Körper verbunden. Vermöge dieser gemeinsamen 
Tendenz machen denn selbst die romanischen Kirchen, 
denen das Gewölbe fehlt, einen ähnlichen Eindruck wie 
die gewölbten Kirchen beider Style; man fühlt, dass das 
Gewölbe schon in ihrer Aufgabe lag, und bei weiterer 
Entwickelung derselben zum Vorschein kommen musste, 
und zwar das Kreuzgewölbe, welches die in der 
Längenrichtung schon ursprünglich vorhandene Bogen- 
verbindung nicht bloss im Sinne der Breite, sondern 
auch zwischen beiden sich kreuzend eintreten lässt, 
und dadurch das innere, fliessende, lebendige Leben des 
Ganzen vollendet. Aber andererseits verhalten sich beide 
Style auch in der Behandlung des Kreuzgewölbes ver- 
schieden, und es scheint zweckmässig, die Schilderung 
dieser Gewölbeart als einer gemeinsamen Form hier 
durch einige allgemeine Bemerkungen über die 
Wölbung überhaupt, die für manche meiner Leser 
erforderlich sein mögen, einzuleiten und daran die Erklä- 
rung der in beiden Stylen vorkommenden Anwendung 
derselben zu knüpfen. 
Bekanntlich ist die Wölbung eine künstliche Ueber- 
deckung des Raumes, indem sie nicht, wie die Balken- 
dccke, aus grossen durch ihre natürliche Beschaffenheit 
in sich zusammenhängenden Massen, sondern aus kleinen 
durch ihre Verbindung sich gegenseitig stützenden 
Stücken besteht. Sie ist aber überdies, damit man nicht 
die rohen , pyramidalischen Bedachungen der Aegypter 
oder der griechischen Heroenzeit dahin rechne, rund- 
linig und setzt voraus, dass die zu ihr verwendeten
        

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