Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-921081
Das 
Innere. 
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gemeiilsamenCentrum anschliesscn; eine Einheit, welche 
ihren letzten und kräftigsten Ausdruck in den Höhepunk- 
ten findet, und zwar bald in der von kühnen, wehrhaften 
Spitzen umgebenen Centralkuppel, bald in den beiden 
hochaufstrebenden 'l'hürmen der Faqade; jenes mehr dem 
kirchlichen, rein hierarchischen Systeme, dieses der VVech- 
selwirkung und Gegenseitigkeit von Kirche und Staat 
entsprechend. 
Auch der Ausführung des Innern lag, wie bei dem 
Grundplane und der Höhenbildung, in beiden Styleu ein 
gemeinsamer Gedanke zum Grunde, der aber erst da 
recht anschaulich wird, wo die demselben angemessenste 
Form, nämlich die Ueberwölbuug der Schiffe, und zwar 
vermittelst des Kreuzgewölbes, angewendet ist. Indes- 
sen auch bei den ältern, mit graden Balken gedeckten 
romanischen Basiliken, die auf den ersten Blick von der 
gothischen Kirche durchaus abweichend erscheinen, entdeckt 
man bei Vergleichung beider mit der gewölbten romani- 
schen Kirche nicht bloss die übereinstimmende Tendenz, 
sondern auch eine, zwar nicht völlig gleiche, aber doch 
gleich artige Behandlung des Einzelnen. Dahin gehört 
vor Allem die durchgeführte Anwendung des Bogens; 
alle Bedeckungcn und Verbindungen über 'l'hüren und 
Fenstern so wie-zivischen Pfeilern und Säulen sind Bö- 
gen, Bogenreihen durchziehen das Gebäude auf allen 
Stufen der Höhe. Dahin gehört ferner die Ausbildung der 
Üuageglieder, welche in verschiedener Weise immer 
denselben Zweck ausspricht, den nämlich, die schon durch 
die erweiterte Stellung gelöste Säulenreihe völlig zu 
brechen, deshalb an ihren Details ein Aufstreben oder 
Symmetrische Beziehungen zu der gegenüberstehenden 
Pfeilerreihe oder endlich die rhythmische Anordnung des
        

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