Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-921004
Das 
Portal. 
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des Durchganges auch praktisch vortheilhafte Form 
nicht gekannt, sie war also ein freies Erzeuguiss des 
Mittelalters; aber die Genesis ihres Säulensclimuckes 
lässt sich bis auf die griechische Säulenhalle zurückfüh- 
ren, welche im römischen Bau zum Porticus der Vorder- 
seite, im Basilikenstyle zu einem auf zwei Säulen ruhen- 
den, als Eingang in den Vorhof dienenden Dache zusam- 
menschmolz und sich nun sogar in die Mauerschräge des 
Portals zurückzog. Was früher dem A e u ss ern diente, 
ist jetzt innerlich geworden und lässt sich selbst auf 
der Aussenseite nur an der Gränze des Innern als Ein- 
leilung und Verkündigung desselben erblicken. 
Eine weitere Eigenthümlichkeit des Portals ist, dass 
es nothwendig durch einen Bogen gekrönt ist, der eine 
ähnliche, abgeschrägte Gliederung und einen ähnlichen 
Wechsel eckiger und runder Theile hat, wie die Seiten- 
wände, und sich daher als die Fortsetzung und den Abschluss 
derselben zu erkennen giebt. Diese Uebersvölbung trat 
auch dann ein, wenn, wie es aus guten Gründen gewöhn- 
lich geschah, die Oefnnng der Thüre sich nicht bis in den 
Bogenhineinerstreekte, sondern am Fusse desselben durch 
einen auf einfachen rechtwinkligen 'l'hürpi'osten ruhen- 
den Steinbalken bedeckt- war, so dass sich dann die 
Schräge Wandvertiefung mit ihren Bögen nur wie ein 
grossartiger Rahmen um die 'l'hüre selbst und das darüber 
befindliche Bogenfeld (T_y1npanu1n) herumzog. Außll ill 
diesem Falle war die Ueberwölbung von praktischem 
Nutzen, da eine grade Bedeckung bei der grussenWVeite 
der Thüre dem Drucke der obern Mauer nicht wohl wie- 
derstandeil haben würde; sie hatte aber auch eine tiefere, 
ästhetische Nothwendigkeit. Wenn die Seitenwand 
durch ihre Abschrägung der starren rechtwinkligen Form
        

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