Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-920889
Verschiedene 
Style. 
Ausserdem giebt es aber noch eine dritte Klasse von 
Gebäuden, welche keinem der beiden andern Style ganz 
angehören, sondern von beiden etwas haben, entweder 
durch wirkliche Mischung der Formen oder doch durch 
Beibehaltung romanischer Details neben einer schon dem 
Gothischen zugewendeten Tendenz. Man hat daher, da 
alle diese Gebäude der Zeit angehören, wo der gothi- 
sche Styl sich zu entwickeln begann, von einem Ueber- 
gangs- oder Transitionsstyle gesprochen, von 
andrer Seite aber dagegen erinnert, dass dieses Schwan- 
ken zwischen zwei verschiedenen Principien nicht den 
Namen eines Styls verdiene. Das ist denn auch in so 
weit völlig gegründet, als nur die romanische und die gothi- 
sche Bauweise den Grad innerer Stätigkeit besitzen, der 
es gestattet, sie mit dem Namen eines Styls zu bezeich- 
nen. Allein auch sie tragen diesen Namen nicht mit 
demselben Rechte wie die griechischen Ordnungen; sie 
sind nicht so abgeschlossen und unveränderlich, und 
selbst der gothische Styl, obgleich auf einem sehr eigen- 
thümlichen Constructionsprincipe fussend und weniger 
wechselnd wie der romanische, umfasst doch sehr 
Continent anwendbar. Der Name des Germanischen, den man 
neuerdings gewählt hat, erweckt denn doch einen falschen Neben- 
begriü, weil er an die alten Germanen erinnert, deren schlichter Sinn 
von diesen künstlichen Formen sehr weit. abliegt. Auch ist im g0- 
lhischen Style ebensowolal ein romanischer, wie in der romanischen 
Architektin der nordischen Völker ein germanischer Bestandlheil, 
"Hd das Wort würde daher eher die beiden Style dieser Völker 
im Gegensatz gegen die italienische Architeklur des Mittelalters, MS einen 
der beiden Style bezeichnen. Endlich sind die Ausdrücke des Ogi- 
Valstyls, wie die Franzosen sagen, oder des spitzbogellstyls 
nicht minder bedenklich, da sie einzelne Eigenschaften herallshßbe"; 
die das VVesen des Styls nicht erschöpfen. M311 läsSt 65 daher am 
besten beim Alten und behält den Namen bei: d" Wenigstens das 
Herkommen für sich hat. 
        

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