Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-920737
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Die 
Eucyklopädie. 
unparteiisch. S0 endlich in seine Gegenwart gelangt, be- 
merkt er, dass viele Zeichen der ilahen Ankunft des 
Antichrists vorhanden seien, zählt diese ausführlich auf, 
und schliesst mit der Beschreibung des jüngsten Ge- 
richtes. 
Für eine Zeit, die das Bedürfniss "kritischer Sichtung 
und Feststellung noch nicht hatte, war diese Arbeit in der 
That von grossem Werthe. Sie gewährte einen Ueber- 
blick, hob die Beziehungen der Dinge untereinander und 
zum Ganzen heraus, und erleichterte es bei späterer Ent- 
deckung neuer Einzelheiten, den Gesichtspunkt zu 
linden, unter welchem sie zu betrachten waren. Auch 
giebt der Verfasser, obgleich er oft sein System nur wie 
ein Fachwerk behandelt, in dem alles Material unterge- 
bracht werden müsse, doch in Uebergängen und Zusam- 
menstellungen manche Andeutung, die von Künstlern und 
symbolischen Schriftstellern nicht unbenutzt blieb. End- 
lieh diente es zur Bestärkung im Glauben, dass man auf 
so umfassende Werke, als auf begründete Zeugnisse von 
der Einheit des Alls, hinweisen konnte. Allein tiefere 
Geister konnten sich dabei nicht beruhigen. Diese Zeugnisse 
waren doch nur menschliche, unzuverlässige, und genüg- 
ten umsoweniger, als die wichtigsten Fragen dabei un- 
beantwortet blieben. 
Sie schlugen daher einen andern Weg ein , sich die 
volle Anschauung des göttlichen Wesens zu verschaffen, 
den Weg der Mystik. Sie erwarteten nicht neue Offen- 
barungen, sondern hielten dafür, dass das grosse Welt- 
geheimniss bereits offenbart sei, sie suchten die Ursache 
des Nichterkennens nur in uns, in unserer Weise des 
Denkens und Fühlens oder in unserer moralischen Schuld. 
Daher 
traten 
sie 
mit 
der Behauptung 
auf? 
dass 
ES PIUSSBF
        

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