Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Das eigentliche Mittelalter
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-919364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-920565
Naturgeister. 
mit den 
wachsen. 
feln fand 
Gefühlen heimathlicher Anhänglichkeit ver- 
Der schroffe Gegensatz von Engeln und Teu- 
daher auf die Wesen dieser Fabelwelt nicht 
unbedingte Anwendung, sie waren weder ganz gut, noch 
ganz böse, dem Menschen näher und ähnlicher, in manchen 
Stücken mächtiger, in manchen schwächer als er, und 
der einsame Hirt und VVanderer stand mit ihnen in einer 
Art Vertraulichkeit. Es war ungefähr dasselbe Gefühl 
des Unheimlichen und doch Anziehenden, wie für die 
Natur selbst, die hier nur in ihren einzelnen Erschei- 
nungen personiiicirt, und dadurch weniger fremdartig er- 
schien. Man stellte sich die Bedeutung dieser fabel- 
haften Wesen einigermassen ähnlich vor, wie die der 
Thiere, welche ebenfalls den Menschen nicht bloss in 
körperlicher Kraft und Schärfe der Sinne, sondern durch 
ihren Instinct selbst in Kenntnissen, und, wenn man so 
sagen darf, in Lebensweisheit übertreffen. Die Phanta- 
sie legte jenen Dämonen eine Steigerung und Verhin- 
dung menschlicher und thierischer Vorzüge bei, sie ver- 
gegenwärtigte sich dadurch die vielfachen Uebergäilge- 
von Kraft und Gebundenheit, Empfindung und Seelen- 
losigkcit, Einsicht und 'l'horheit, welche im eigenen 
Leben vor-kamen. 
und 
An diese Kobolde und Nixen, Riesen und Ziverge, 
wie alle die unzählbareu Wesen der Volksmährehen 
heissen, schlossen sich ähnliche Gestalten der Ritterwelt 
an. Auch sie waren heidnischen Ursprungs aber Weiter 
hergeholt, grossentheils aus orientalischen Sagen, Wie 
sie den Rittern während der Kreuzzüge oder den Ge- 
lehrten durch die Vermittelung der Araber zugekommen 
waren, besonders aus persischen Quellen. Hier war viel 
Verwandtes; die schroffen Gegensätze des altpersischen
        

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