Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-899384
Verfall 
des 
römischen 
Reichs. 
dung von sitzenden und stehenden, von vor- oder zurück- 
tretenden Figuren, oder die Erscheinung dieser Figuren 
selbst, ihre Nacktheit oder Bekleidung und dergleichen 
ihnen eine gewisse Aehnlichkeit und Verbindung leihet  
Nicht selten ist die ganze Langseite oder auch wohl der 
ganze Sarkophag nur mit der Darstellung Christus und 
seiner Jünger geschmückt. Auch dann aber ist die sym- 
metrische Anordnung vollständigst durchgeführt, so dass 
der Heiland in der Mitte auf einem Hügel erhöht steht, 
während die Apostel unter Bogen gruppirt sind. Einige 
Male finden sich auf jeder Seite des Erlösers zwölf Jün- 
ger, wo dann die Gruppen an den Seitenflächeil und der 
Rückwand fortgesetzt sind; auf der einen Seite des Hei- 
landes, und zwar auf der zu welcher sein Gesicht geneigt 
ist, sind dann auch diese Jünger zu ihm hingewendet 
und halten sämmtlich die Rechte empor, wie im Eifer 
der Erwiederung; auf der andern blicken sie entschiedener 
nach vorn, während bei jedem Paare der eine die Rechte 
predigend aufwärts hält, der zweite sie auf die Schrift- 
rolle legt. Es scheint, dass man hiedurch die Jünger, 
welche beim Leben des Herrn sein Antlitz schauten, von 
denen unterscheiden wollte, welche nach seinem Tode 
mit dem Evangelium in der Hand die Völker belehrten. 
Auch bei dieser Beziehung ist aber die symmetrische 
Anordnung unverkennbar. Beispiele für diese Regeln der 
Anordnung gewähren unter andern zwei berühmte Sar- 
kophage, welche auch dadurch wichtig sind, dass sie 
bekannten vornehmen Römern angehören, beide noch aus 
dem vierten Jahrhundert, der eine der des J unius Bassus 
4') Beispiele bei Aringhi in grosser Zahl. Vergl. auch den 
Sarkophag im Museum zu Arles (de Canmoilt, cours d'Antiqu. Partie 
b". p. 204 und pl. 94.) 
        

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