Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-899347
Verfall 
des 
römischen 
Reichs. 
an der sinnlichen Schönheit der Dinge hängen, sondern 
sich zum Innern und Geistigen erheben solle. Bei einer 
solchen Ansicht musste auch die bildliche Darstellung des 
Heilandes nothwendig mehr eine symbolische Bedeutung 
erhalten, und es ist begreiflich, dass man einer vermeint- 
lichen Bildnissähnlichkeit geflissentlich vorzubeugen suchte. 
Ebensowenig findet sich ein Bildniss der Jimgfrau Maria 
in den Katakomben. Zwar glauben Manche i?) gewissen 
weiblichen Gestalten, welche im langen Gewande, mit 
betend aufgehobenen Händen nicht selten vorkommen, 
diese Bedeutung beilegen zu müssen. Indessen sehen 
wir solche Frauengestalten oft in der Mehrzahl neben- 
einander, oft mit betenden Männern vermischt, so dass 
die Bedeutung wohl keine so individuelle sein kann. Man 
wird dadurch vielmehr wohl nur einen Ausdruck des Ge- 
bets oder der Frömmigkeit der Gemeinde, und, namentlich 
auf Sarkophagen, ein freilich nicht grade genaues Porträt 
der Verstorbenen beabsichtigt haben. Abgesehen von der 
Aehnlichkeit scheint übrigens gar keine Scheu vor der 
bildlichen Darstellung der heiligen Gegenstände in diesen 
Gemeinden geherrscht zu haben. Dies zeigen nicht bloss 
die vielen Darstellungen des Heilandes, sondern selbst 
Gott Vater (der gewöhnlich bei dem Opfer Abrahams, 
den Gesetztafeln u. s. w. nur durch die aus den Wolken 
herausgreifeirde Hand dargestellt ist) ist einmal bei dem 
a) S0 auch Hirt (Jahrb. f. wissensch. Kritik 1827 n. 126). 
S. dagegen solche Gestalten in der Mehrzahl bei Agincoxirt. Sculpt. 
lah. VII. 2. 4.  Unzweifelhaft ist die Jungfrau abgebildet beidem 
freilich seltenen und ohne Zweifel späteren: Gegenstande der Anbetung 
der Könige. Aginc. a. a. O. tab. VII. n. 10. VIII. n. 13. Vielleicht 
ist auch die wahrscheinlich symbolische Darstellung einer Frau, Wel- 
che Federvieh füttert, als Gegenstück {des guten Hirten (a. a. O. tah. 
VIII. n. 12.) auf sie zu beziehen. Eigentliche Bildnisse linden sich 
in den Katakomben nicht.
        

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