Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-899247
Verfall 
des 
römischen 
Reichs. 
Zeichen christlicher Zuversicht und Freude, die Krone 
oder der Kranz, gleichbedeutend mit der Palme als Sie- 
gespreis, das Pferd, das segelnde Schilf, die Fussstapfen-Ü, 
wahrscheinlich als Hindeutungen auf die Lebensreise oder 
den siegreich beendeten Wettlauf christlichen Strebens, 
der Fels, als Sinnbild der Festigkeit, der Krug, als Er- 
innerung an die Liebesmahle oder vielleicht an die Taufe, 
sind dann andre leicht verständliche Symbole im). 
Besonders diese einfachsten Gegenstände finden wir 
auf den Grabsteinen der Katakomben unzählige Male 
wiederholt. Gewöhnlich ist die Zeichnung ebenso wie 
die Schrift leicht und kunstlos eingekratzt, die Schrift 
sogar häufig unorthographisch, mit Verwechslung gewis- 
ser Buchstaben, welche in der gemeinen Aussprache nicht 
scharf geschieden waren, oder mit Einmischung griechi- 
scher Schrift oder Worte in den lateinischen Text. Wir 
I. S. 569. II. 29.) in Verbindung mit Christus als guter Hirt oder 
als Lehrer, mithin in unziveideutiger Beziehung auf ihn. Ueberhaupt 
behielt man manches, was aus bacchiscliexl Mysterien herrührte , an 
christlichen Gräbern als Ornament bei z. B. den Panther und den 
Bock. Bellermann a. a. O. S. 35. Auf den Seitenwänden am Sar- 
knphage des Jnnius Bassus sind die ländlichen Geschäfte der vier 
Jahreszeiten mit geflügelten Genien dargestellt (Aginc. Sculpt. t. 6. 
n. 6 u. 7), und auf einem altchristlichen Sarge im hluseum zu Arles, 
abgebildet bei lllillin Voyage dans le Midi de la Franco, sieht man 
in voller Ausführlichkeit die Lese des Oelbaulns, wiederum mit nack- 
ten Genien. 
 Diese können auch als Zeichen der Nachfolge Christi mit 
Beziehung auf Petri l. 2. e. 21. gedeutet werden. 
H") Man darf übrigens nicht alles Bildliche für bedeutsam halten. 
Auf den Leichensteinen ist einige Male das Bild bloss eine Anspie- 
spielilng auf den Namen des Verstorbenen, z. B. bei einer Porcella 
ein Schwein, bei der Nabira ein Schilf (navis oder in damaliger un- 
richtiger Orthographie nabis). In den Malereien der Katakomben ist 
Manches blass Arabeske z. B. Menschenköpfe mit Schlangiznleibern, 
Töpfe mit Flammen, Blumen und Laubgewinde.
        

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