Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-899209
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Verfall 
des 
römischen 
Reichs. 
und Liebesgötter, Venus und zkdorlisiii). In dem Hoch- 
zeitsgedichte für den christlichen Kaiser Honorius schil- 
dert der Dichter (Clandian) die Einkehr der Venus mit 
ihrem Gefolge in den Palast des Kaisers. Dies war frei- 
lich eine bloss allegorische Anwendung der Göttergestal- 
ten; aber die heidnische Geltung derselben war noch in 
zu frischem Andenken, als dass nicht den strengern Chri- 
sten auch eine solche bedenklich und tadelnswürdig er- 
scheinen, und sie geneigt machen musste, lieber alles 
Künstlerische zu verbannen. 
Aber so übersinnlich, wie jene Kirchenvater es woll- 
ten, konnte die menschliche Natur sich nicht erhalten. 
Grade die innige Hingebung dieser frühen Christen, die 
Zärtlichkeit, mit welcher sie die Gegenstände ihres stil- 
len Cultus betrachteten, musste das Bedürfniss nach 
äussern Zeichen erwecken. Sie mussten wünschen, dass 
die Lehre des Heils, welche das ganze Leben durchdrin- 
gen sollte, auch den sichtbaren Aeusserungen ihr Gepräge 
aufdrückte. Selbst das Geheimniss der Verbrüderung 
machte Erkennungszeichen x-vünscllenswerth. Dazu kam 
dann der orientalische Reichthunl an Metaphern und Gleich- 
nissen in den heiligen Schriften, welche sich in der bild- 
nerisch gewöhnten Phantasie griechischer und römischer 
Christen in festen-er Gestalt ausprägten. 
Sehr früh finden wir daher eine Neigung zum Ge- 
brauche von äussern Sinnbildern. Schon Justin (f 163) 
zählt mehrere derselben auf, und Clemens von Alexandrien, 
ungeachtet er wie wir sahen gegen die Sinnlichkeit bild- 
licher Darstellungen eiferte , ist gegen einzelne Symbole 
nachsichtig und giebt sogar Vorschriften für dieselben. 
Natürlich war zunächst Christus der Gegenstand solcher 
d) Aginc. Sculpt. tab. 9. Buonarlmli  28. 2.
        

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