Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-899183
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Verfall 
des 
TÖIIIiSChGII 
Reichs. 
welchen über dem Sarkophage eine Nische in den Tuf- 
stein eingehauen ist. Von Zeit zu Zeit stösst man auf 
grössere Gemächer von vier- oder rnehreckigei- Form, ge- 
wöhnlich mit runder Decke, mit Malereien verziert, auf 
mehreren Seiten solche reichere, von Bogen überwölbte 
Grabstätten enthaltend. Sie Waren entweder Familien- 
gräben- 
wohlhabender 
Christen 
oder Grabstättenl 
der Mär- 
tyrer und daher zugleich Versammlungsörter derGemeinde. 
Die bildende Kunst fand in den ersten christlichen 
Gemeinden keine grosse Pflege. Schon das Geheimniss 
während der Verfolgung liess dergleichen nicht gedeihen, 
ausserdem aber war auch der geistige Ernst dieser ersten 
Gemeinden und der Ursprung des Christenthums aus dem 
jüdischen Volke diesen Künsten ungünstig. Gegenüber 
den Götzendienern musste die Bildlosigkeit ein unter- 
scheidendes Merkmal christlicher Versammlungsörter und 
Häuser werden. Die meisten der ältern Kirchenväter sind 
daher auch Gegner dieser Kunst. Tertullian eifert gegen 
Bildner, als gegen Leute, welche ein schändliches Ge- 
werbe treiben, einem Maler wirft er vor, dass er das 
Gesetz Gottes durch die Kunst eiltweihe und verachtei"). 
Clemens von Alexandrieil warnt eben so eindringlich vor 
dem Gebrauch der Bilder. Wir müssen, sagt er, nicht 
an dem Sinnliehen kleben, sondern uns zum Geistigen 
erheben; die Gewohnheit des täglichen Anblieks entweiht 
die WVürde des Göttlichen; das geistige WVesen durch 
irdischen Stoff ehren wollen, heisst dasselbe durch Sinn- 
lichkeit entwürdigen. Origines hält die Zulassung von 
Bildnerxi und Malern in christlichen Gemeinden für ver- 
4') Pingit illicite, legen: Dei in libidineln defendil, in artem 
contclnnit, sind die charakteristischen Kvorte (adv. Hernxogcneln cap. 1 ) 
Man sieht die Lust an der Schünlnvit war der Strenge des Kirchen- 
lchrcrs verhasst. 
        

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