Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-899078
Basiliken. 
Christliche 
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Zweifel im Wesentlichen derselbe Bau, welchen noch 
viele unserer Zeitgenossen gekannt haben  
Die andern ältesten Basiliken Roms sind sämmtlieh 
dreischiiiig. Die grösste und prachtvollste derselben ist 
die Basilica Liboriana, jetzt S. Maria maggiore (432 
bis 440) mit imposanten Säulenreihen und gradem Gebälk, 
reich an alten Mosaiken, zum Theil aus der Zeit ihrer 
Erbauung. Die Kirche S. Pietro in Vincoli (richtiger 
ad Vincula zu Ehren der dort bewahrten Ketten des h. 
Petrus) ist eigenthümlieh, weil sie kannelirte Säulen von 
griechischem Marmor mit dorisehen Kapitälen hat, bei 
denen freilich das widersprechende dieses Kapitals gegen 
die Form der Bogen, welche sie verbinden, sehr augen- 
scheinlich wird; sie ist im Pontifieate Leo's I. (440-462] 
erbaut. Das vollständigste Bild der Einrichtung einer 
alten Basilika giebt uns S. Clemeünte, eine: bereits frühe 
existirende, aber wahrscheinlich im 9. Jahrh. auf erhöhtem 
Boden vergrösserte , und noch später ausgeschmückte 
 Bunsen in der Beschr. Roms. III. 1. 440. (die PaulskJ, 
505 (der Lateran). Bekanntlich ist die Paulskirche im J. 1823 ab- 
gebrannt, jedoch mit beabsichtigter Nachahmung des alten Buues 
hergestellt worden. Andre eoustantinische Basiliken waren die Das. 
Scssnriana oder Heleuiana, (lreiscbiifig mit gradeiwi Gebälk, im vorigen 
Jahrhundert erneuert, jetzt S. Croce in Gerusalemme (a. a. O. S. 565) 
und die Bas. Siciniana, ein längliches Viereck ohne Seitenschifle mit 
einer Concha, abgebrochen im 17. Jahrh. (Cianlpini Vet. mon. I.  
S. Agnese scheint nicht (wie nmn sonst annahm) aus Const. Zeit 
herzuriihren (Bunsen a. n. O. lll. 2. 44.5), obgleich Sie auf drei 
Seiten von einem zweistöckigen Säulengalnge umgeben ist, und also 
mehr als eine andere an die heidnische Basilika erinnert. Sie hat 
übrigens Arkaden, während die andern constantinischen Basiliken 
meistens grades Gebälk über den Säulen hatten. Die Abbildungen 
der im Texte erwähnten Kirchen sind zum Theil bei Agincourt und 
sämmtlich bei Gutensohn und Knapp zu finden. Ueber S. Clcmente 
s. Bnnsen. Ill. 1. 577.
        

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