Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-899051
Christliche 
Basilikcn. 
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Zugang zum Grabe des Erlösers bildete. In beiden wird 
die schimmernde Pracht herausgehoben. Der Fussbodeu 
war mit Marmortafeln belegt, die Decke, in Cedernholz 
vom Libanon getäfelt, funkelte von Gold, an den Schran- 
ken des Altars war netzförmige Arbeit von grosser Zier- 
lichkeit angebracht, goldene und silberne Geräthe wurden 
als Schmuck aufgestellt. In dieser ersten Zeit war also 
der Basilikenstyl noch im ganzen römischen Reiche ver- 
breitet; unmittelbar darauf begann aber im Orient eine 
andere Richtung, aus welcher sich dann die byzantinische 
Architektur entwickelte, während man in Italien der Ba- 
silikenform treu blieb. Dieser Typus wurde nun hier 
immer mehr festgestellt, auf seine einfache und strenge Re- 
gel zurückgeführt, manche abweichenden und überflüssigen 
Formen, die anfangs in einzelnen Fällen vorgekommen 
waren, verschwanden allmälig k), zugleich aber nahm jene 
Nachlässigkeit und Schmucklosigkeit zu. In dieser Ge- 
stalt erhielt sich die Form der Basiliken in Italien und 
vorzugsweise in Rom eine Reihe von Jahrhunderten hin- 
durch; wir finden sie hier noch in alter Weise ange- 
wendet, als sie in der gesammten Christenheit schon 
 Die Grahkirehe (v. J. 335) und wahrscheinlich auch die zu 
Tyrus (313-322), hatten, wie es im Oiient spätere Sitte blieb, 
ein zweites Stockwerk in den Seitenschilfen. Dasselbe findet sich 
unter den römischen Basiliken nur bei S. Agnese und bei S. Lorenzo; 
hei dieser jedoch nur als Nothbehelf einer spätem Reparatur, bei 
jener vielleicht, obgleich der jetzige Bau erst aus dem sechsten Jahr-h. 
zu- sein scheint, in Nachahmung einer ältern Einrichtung (Bunsen 
Beschr. Roms. III. 2. 312. 445. Kugler Handb. 343). Auch die Kir- 
chen, welche der Bischof Panlinils in Nola bauen liess und Beschreibt 
(ep. 32) scheinen eine Emporkirche gehabt zu haben. Sie hatten 
Übßf dies "eben der grossen Concha kleinere (conchnlas), ebenfalls 
eine Einrichtung, welche sich im Orient erhielt, und in Rom nicht 
angewendet wurde.
        

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