Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-899023
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Architektur 
des 
Verfalls. 
hellere Beleuchtung. Alle diese Rücksichten waren nicht 
künstlerische, aber sie gingen aus der geistigen Stimmung 
der damaligen Gemeinden hervor, und sie geben daher 
ein charakteristisches architektonisches Bild derselben. 
Selbst die künstlerische Unfähigkeit und Gleichgültigkeit 
war dabei wirksam und wichtig. Denn die herge- 
brachte Form konnte diesem innern Motive nur hemmend 
entgegentreten, während grade durch die Vernachlässigung 
derselben der Sinn die Freiheit erhielt, die Gestalt des 
christlichen Tempels einfach und schmucklos, aber mit 
Reinheit und Schärfe auszuprägen. Hier wie immer er- 
zeugte der Cultus und nicht die Kunst die architektoni- 
sche Grundform. Es war wieder ein einfacher Formge- 
danke, wie der des Säulenhauses für die griechische 
Architektur, der aber ebenso wie dieser der fruchtbare 
Keim der weitem Entwickelung wurde. Die Erbauer 
dieser Basiliken haben also eine grosse künstlerische That 
vollbracht, deren freilich sie selbst und ihre Zeitgenossen 
sich nicht bewusst waren, und die keinem Einzelnen bei- 
zumessen ist sondern aus der Gesammtheit der christ- 
lichen Gemeinden hervorging. Grade das ist das Eigen- 
thümliche der Architektur, dass ihre höchsten Grundge 
danken nicht von Einzelnen entdeckt oder erfunden, dass 
sie auch nicht den Zeiten glänzender Kunstentwiekelung 
offenbart, sondern dass sie unbemerkt und anspruchslos, 
gleichsam im Dunkeln, geboren werden. 
Schon Constantiil und noch mehr seine Nachfolger 
überhäuften die Kirche mit Reichthümern und erzeugten 
den Wunsch die 'l'empel der Würde des Orts gemäss 
zu schmücken. Auch dieser Schmuck schloss sich der 
architektonischen Form der Basilika fügsam an. Er be- 
stand nicht in plastischem Bildwcrkc, sondern in Blalereien
        

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