Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-903923
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Richtung 
der 
karolingischexx 
Kunst. 
kunst linden wir zwar strenge, lineare Ornamente, aber 
sie sind offenbar nur die 'l'rabanten der architektonischen 
Linien, nur die feinen innern Schwingungen der mächti 
gen Töne des grossen Accordes; im ionischen und korin- 
thischen Styl  nehmen sie wieder Lebensformen, Thier- 
und Pflanzengestalten in sich auf, und fügen sich doch 
dem architektonischen Gesetze, sie sind nur eine, wenn 
auch vielleicht überflüssige Durchführung desselben. Auch 
von dem leichten Wandschmuck, den die römische Ele- 
ganz einführte, lässt sich ziemlich dasselbe sagen, ob- 
gleich freier und willkürlicher, drängt er sich doch noch, 
wenn ich so sagen darf, in die räumlichen Verhältnisse 
ein. Sogleich nach dem [lntergange des römischen Reichs 
wird die Ornamentik bedeutsamer. Schon in dcr byzan- 
tinischen Kunst, so wenig sie hier ein harmonisches 
System bildete, zeigt sich eine grössere Freiheit; an den 
lKapitälen kommt eine Handhabung der Linien vor, die 
sich nicht an die Formen der Natur oder der alten Kunst 
anschliesst, sondern aus der Phantasie hervorgeht. Am 
Stärksten ist diese Richtung freilich bei den Arabern; 
wir sahen schon wie fruchtbar ihre Phantasie in diesem 
anmuthigen, abenteuerlichen Spiele, in der geistreichen, 
spitzfiildigen Durchführung des Bedeutungslosen, in dem 
Mährchen der Linie war. Mit Recht hat die Arabeske 
von ihnen den Namen. Aber auch bei den gerlnanischenl 
Völkern machte sie sich in bedeutender Weise geltend. 
Man denke nicht an Nachahmung; denn mit den Arabern 
standen jene Angelsachsen in gar keiner, die Franken 
kaum durch entfernten diplomatischen Verkehr in geringer 
Verbindung, auch war die maurische Arabeske in dieser 
ersten rauhen Epoche des Islam schwerlich schon so weit 
ausgebildet. Ebcnsowenig haben die Franken sie von
        

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