Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-903910
Bedeutung 
der 
Arabcske. 
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für welche sie noch nicht reif war. 
Beides erklärt sich aber 
aus der Anerkennung der antiken Kunst, welche in der 
Baukunst das Neue nicht aufkommen liess und für bildv 
liche Aufgaben eine scheinbare I-Iülfe gab. Immer aber 
bleibt es auch hier eine Wahrheit, dass die Kunst nur 
aus der allgemeinen, architektonischen Region, nicht aus 
dem praktischen Leben, wo die Schönheit mit der Moral 
in Verbindung steht, hervorgeht. Sie beginnt immer 
unbewusst, in Formen, von deren Bedeutung sie keine 
Rechenschaft zu geben weiss.  
Dieses frühzeitige Ilervortreten der Arabeske, wenn 
wir es uns auch auf solche Weise erklären, bedarf aber 
noch von einer andern Seite her der nähern Betrachtung. 
Es ist für die ganze spätere Gestaltung der christlichen 
Kunst bedeutsam und giebt uns einen Aufschluss über 
ihre Richtung, den wir durch eine Vergleichung mit an- 
dern X7ölkern uns klar machen müssen. Zwar ist es 
richtig, dass die leisen Spuren des geistigen Lebens in so 
leichten und harmlosen Dingen schwer aufzufassen und in 
Worten zugänglich zu machen sind, und es scheint son- 
derbar, an diese bedeutungslosen Züge tiefere Betrach- 
tungen anknüpfen zu wollen; allein grade die unbewussten 
Aeusserungen verrathen oft die verborgensten Gefühle, 
und wer diese erkennen will, muss auf jene sein Augen- 
merk 
richten. 
Denken wir an die alte Welt zurück, so kam bei 
den Indern und Aegyptern noch kaum etwas vor, was 
wir mit dem Namen der Arabeskerl belegen könnten; 
ihre Verzierungen schliessen sich entweder an die Natur 
an, oder haben einen rein architektonischen Charakter. 
Auch bei den Griechen nimmt die eigentliche Arabeskc 
keine selbstständige Stellung ein; in der dorischen Bau-
        

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