Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-903831
Gegenstände 
der 
Darstellung. 
523 
Kriegsgesänge und Heldenlieder nothwendig Einfluss er- 
halten. Leider ist uns von diesen WVandgemälden nichts 
geblieben, aber wir können Spuren dieses kriegerischen 
Geistes auch in den Miniaturen bei Hergängen dieser Art 
wahrnehmen  Ueberhaupt sind diese kleinen Bilder 
nicht ohne Leben und man erkennt, wenn man sich durch 
die Unvollkommenheit der Zeichnung nicht abschrecken 
lässt, oft eine recht frische Auffassung des Gegenstandes, 
dem der Maler selbst eine gewisse Poesie abzugewinnen 
weiss im). In der Anordnung fehlt es freilich noch an 
einem festen Princip; zu einer malerischen, perspeetivi- 
sehen Darstellung ist es noch nicht gekommen, die plasti- 
sche genügte diesen Hergängen im Himmel und auf Erden, 
mit ihren weiten Hindeutungen und Verbindungen nicht. 
Der Maler suchte sich dadurch zu helfen, dass er in 
einer Einrahmung mehrere Momente zusammenfasste, 
entweder mit bestimmten Abtheilnngen oder mit einer 
rohen Perspective übereinander gestellt. 
In einem höchst günstigen Lichte zeigt sieh aber diese 
Freiheit und Frische des Sinnes an den Ornamenten. 
Auch sie schliessen sich zwar grossen 'l'heils an antike 
Vorbilder an; der Mäander, Acanthusblättcr und andere 
Pilanzenformen der römischen Architektur sind sehr häufig 
 Man darf nicht immer, wie es häufig geschieht, jede in 
Erfindung und Composition gelungenen-e Darstellung ebendeshalb für 
die Nachahmung eines alten Vorbildes halten. Bei den Byzantinern ist 
man wohl zu diesem Schlusse berechtigt, aber nicht bei den Deutschen, 
wenigstens nicht in dieser ersten Zeit, wo neben der Tradition die 
germanische Richtung sich, freilich mit kindischer Unheholfenheit, 
aber auch mit kindischer Unbefangenheit, ganz nnverkiimmert. regte. 
H) S0 ist der Sturz der Rotte Korah mit höchst mannigfaltigen 
und lebendigen: Bewegungen, das Urtheil Salonlons und die Ansgiessung 
des heiligen Geistes mit ausdrncksvoller Wiirde und Feierlichkeit 
gegeben. Aginc. peint. t. 41. n. 5. und t. 42. n. 2. u. 7.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.