Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-903814
Gegenstände 
der 
Darstellung. 
521 
sahen oben, dass die Momente der Passion und ilament- 
lich dieKreuzigung von der byzantinischen Kunst erst 
sehr spät, vielleicht erst im neunten Jahrhundert aufge- 
nommen wurden. Im Abendlande finden wir sie viel 
früher; seit der zweiten Hälfte des siebenten Jahrhunderts 
werden mehrere solcher Darstellungen, als Malerei, in 
Mosaik und plastisch, erwähnt, und zwar mit solchen 
Nebenumständen, dass wir gnothwendig an ein natürliches 
Bild, nicht an ein blosses Symbol denken müssen Ü. Auch 
in dieser Beziehung mochte Italien den fränkischen Län- 
dern Vorgehen, indessen wurde gewiss der weiteste und 
unbefangenste Gebrauch von dieser Freiheit unter den 
Deutschen gemacht. Die Darstellung Gottes des Vaters 
in menschlicher Gestalt, welche sich schon die Katakom- 
benkunst in der Regel nicht erlaubt, sondern sich mit der 
Andeutung einer vom Himmel herabreichendeii Hand be- 
gnügt hatte, wurde später von der Kirche vermieden; 
die Kirchenvater hatten sich sehr entschieden dagegen 
erklärt w). Im byzantinischen Reiche war nach den Un- 
i) In mehr als einer Beziehung merkwürdig ist eine Nachricht 
welche Beda (l-list. Abbat. WVireinnt. ed. 1664. p. 6.; vergl. auch 
Lappenberg 21.21.0. Th. I. SJGS.) giebt, nach welcher der Abt Bene- 
dict Biscopius im J. 685 seinem Kloster in Brittanien aus Rom vier 
Bilder nzitbrachte, Gegenstände des alten und neuen Testaments, als 
Parallelen. Sie enthielten den Isaac, der das Holz zu Seinem Opfer, 
und Christus, der das Kreuz trägt; die eherne Schlange des Moses 
und avFiiilllll hominis in cruce exaltattnn." WVir finden hier also schon 
denselben Parallelismns und bei denselben Gegenständen, wie er 
sich das ganze Mittelalter hindurch erhielt. In Ruin liess Pabst. 
Johann VII. (705) in der Peterskirche den Gekrenzigten in Mosaik 
darstellen; es wird ausdrücklich bemerkt, dass er bekleidet und zwi- 
schen Henkern gezeigt war (Anastasitls in vita Joh. VIl.). Gregor 
von 'l'0llrs (de gloria martyr. c. 23:) spricht, von einem (Irucilix in 
der Kirche zu Narbonne, an WGiChCID der Heiland nackt dargestellt 
X1111". 
 
die 
bei 
Enleric 
David 
Stellen. 
angeführten
        

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