Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-903789
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Plastik 
Malerei 
im 
karoling. 
Zeitalter. 
gehen ins Spielende und Willkürliche über. Gegen die 
Formen des Lebens verhält sich daher auch diese Kunst- 
richtung noch gleichgültig, sie entstellt dieselben zum 
Todten und Leeren oder sie verwandelt sie in architek- 
tonisch regelmässige Bildungen, wie 
der Heraldik im Gebrauch sehen. 
wir 
sie 
später 
in 
Im Frankenreiche finden wir die ersten erheblichen 
Miniaturmalereien in der Zeit Karls des Grossen, also 
etwa hundert Jahre nach der Ausführung des Cuthbert- 
buches. Dafür bemerken wir aber auch hier schon erheb- 
liche Fortschritte. Eine nicht unbedeutende Zahl von 
Handschriften mit Miniaturen aus der Zeit Karls und sei- 
ner nächsten Nachfolger sind in Paris, München, Rom, 
Trier und an andern Orten aufbewahrt, die schönsten 
wahrscheinlich aus der Zeit Karls des Kahlen , eines 
frommen und kunstliebenden Fürsten, der besonders diesen 
Kunstzweig begünstigte. Diese Miniaturen gehören zu 
den prachtvollsten, sie sind theilweise auf purpurrothem 
oder violettem Pergament, mit grossen, sehr regelmässig 
ausgeführten, manchmal goldnen Buchstaben, mit mühsam 
verzierten Initialen, mit reichen Einfassungen der Blätter, 
oft mit Säulen als Abtheilungen der Schriftcolumnen ge- 
schrieben und verziert. In manchen Stücken und in ein- 
zelnen Handschriften ist ein überwiegender Einfluss römi- 
scher und selbst griechischer Vorbilder zu erkennen. S0 
in dem Typus gewisser Köpfe, in den kleinliehen, magern 
Falten, dem grünen Ton der Schatten des Fleisches, den 
Seln-alfirungen der Gewänder mit Gold , dem häufigen 
Gebrauch ungebroehener Farbentöne. Die vorkommenden 
Architekturtheile sind von spätrömiselrer Form, die häufig 
vergoldeten Kapitäle dem korinthischerx verwandt; der 
Segen wird überall nach dem Ritus der griechischen Kirche
        

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