Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-903766
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Plastik 
Malerei 
im 
karolixmg. Zeitalter. 
Klöstern vervielfältigt und übersetzt wurden i), dass man 
um diese heiligen Schriften einem sinnlichen Volke an- 
genehm zu machen, die bildliche Ausschmiickung gern 
hinzufügte, und dass man sich auch dabei italienischer 
Vorbilder bediente, war natürlich. Zu den ältesten uns 
erhaltenen angelsächsischen Manuscripten gehört das s. g. 
Cuthbert-Buch, eine Evangelienhandschrift aus dem 
siebenten Jahrhundert mit dazwischen geschriebener Ueber- 
setzung, in sauberer Schrift auf schönstem Pergament mit 
reichen Verzierungen, also gewiss mit allen Mitteln der 
damaligen Kunst ausgestattet; auch haben sich die vier 
sächsischen Mönche, welche Schrift und Ausschmückung 
besorgten, am Schlusse genannt. An eigentlichen Geh 
rnälden sind nur die vier Evangelisten vorhanden, bei 
denen schon aus der Inschrift sich ergiebt , dass sie 
nach ursprünglich griechischen Typen , jedoch wahr- 
scheinlich schon in italienischer Nachbildung gearbeitet 
sind, indem denilateinischen Namen der Apostel das 
griechische Wort: (i oäytog, der Heilige, jedoch ebenfalls 
mit lateinischer Schrift und ein Mal sogar mit lateinischer 
Endung vorgesetzt ist. Von diesen Vorbildern sind die 
Stellungen, die Art der Bekleidung und die Formen der 
Sessel beibehalten; dagegen ist die Behandlung eine ganz 
abweichende und höchst barbarische, indem alle Umrisse 
zwar sehr zierlich mit der Feder gezogen, dann aber mit 
der Localfarbe nur angestrichen sind. Die Gesichter sind 
ohne alle Schatten, mit Ausnahme der Augenhöhlen und 
längst der Nase, so dass sie völlig leblos erscheinen; 
die Falten in den Gewändern sind ganz willkürlich und 
sinnlos eingesetzt. Bei diesem völligen Mangel des Sinnes 
4') S0 hüachtc der Abt Benedict. wiederholt Genlälde und Bücher 
Rom nach Hausen Lappenherg a. a. 0. S. 168. 
        

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