Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898976
Christliche 
Basiliken. 
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schon frühe, und später bei zunehmender Dürftigkeit auch 
im Hauptschiffe diesen Schmuck fort, und zeigte das 
Gebälk des Dachstuhls ohne Verkleidungi"). Das Mittel- 
schiff ragte immer über die Seitenschilfe empor und wurde 
anfangs durch grosse Fenster, die mit durchsichtigen und 
durchbrochenem Marmorplatten gefüllt waren, hell beleuch- 
tet; später gab man kleinere Fenster. Die grössere Breite 
dieses lilittelschiffes wurde durchweg beibehalten, sie 
betrug mehr als das Doppelte der Seitenschitib; übrigens 
wurden aber die Maassverhältnisse mit Nachlässigkeit 
behandelt; die Zwischenräume der Säulen, sogar die Brei- 
ten der beiden Seitenschiffe sind oft ungleich  An den 
Mauern fehlt aller Schmuck; die Gesimse bestehen ge- 
wöhnlich nur aus den vorragenden Balkenköpfen , die 
4') Nach Bunscn a. a. O. S. 51, lässt es sich bei allen riimi- 
sehen Basiliken nachweisen, dass sie in-spriinglich eine reiche Holz- 
tiifelung zur Decke hatten. Indessen war gewiss die Anwendung 
ollener Balken keine Erlinduilg, welche die Arnnxth der spätem Zeit 
hervurbrachte; sie war in italischen Gebäuden älterer Zeit gewöhn- 
lich gewesen, wie dies aus der Bemerkung des Plinins (H. N. l.  
c. 18), dass {sät nach der Zerstörung von Karthago vergoldete Felder 
in den 'l'clnpeln in Gebrauch gekommen, hervorgeht. Auch war sie 
gewiss der griechischen Architektur, da wo man keine Sleinbalken 
anwendete, nicht fremd. Einer Architektur, welche überall die Con- 
struction selbst mit ihren nethwendigen Theilenl unverhiillt zeigte, 
lag diese Form allznnnhe. Uebcrdies war sie bei dem niedrigen 
Dache der griechischen Bauten keinesweges unschön und liess sich 
durch Färbung und malerische Verzierung der Balken sogar sehr 
reich schmücken. Ein Beispiel wie schön Anordnung und Ausstattung 
einer solchen Anlage werden können, giebt, freilich aus späterer Zeit, 
der Dom zu Messina. S. Morey, charpenle de la cath. de Messine, 
Paris 1841. 
H) Man liat wohl angenommen, dass die Verschiedenheit in 
der Bfeile der Seitenschilfe eine absichtliche sei, mit Rücksicht auf 
ihre Bestimmung zur Trennung der Geschlechter. Indessen linde! 
sich bald das Schilf der lWlännc-r, bald das der [Frauen kleiner. so 
dass ollenbltr der Zufall gewaltet hat.
        

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