Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-903702
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Plastik 
Malerei 
i m 
karoling. 
Zeitalter. 
Ueber den Geist und das Technische der Malerei 
können wir uns auch hier hauptsächlich nur aus den Mi- 
niaturen der Manuscripte belehren. Dieselben Ursachen 
wie in Byzanz, das Bedürfniss der Erklärung und ein 
Luxus der Frömmigkeit waren auch hier und in noch 
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höherm Grade vorhanden. Dazu kam noch, dass diese 
Gattung für die Beschäftigung fähiger Mönche besonders 
geeignet war und vielfältig geübt wurde; es wurde daher 
der Besitz solcher heiligen Bücher mit mehr oder weniger 
kostbarer Ausstattung ein nothwendiges Erforderniss für 
Kirchen und Klöster so wie für mächtige Gönner der 
Kirche. Vorherrsehend War, wie wir aus den ziemlich 
zahlreich auf uns gekommenen Exemplaren ersehen, der 
Zweck frommer Pracht nicht der der Belehrung. In 
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vielen dieser Handschriften der Evangelien, der Psalmen, 
der ganzen Bibel fehlen historische Bilder gänzlich, wäh- 
rend die typischen-Darstellungen des Heilandes und der 
Evangelisten oder solcher Heiligen, welche grade dahin 
passten, selten vermisst werden. Ausserdem findet sich 
dann in den Manuscripten der karolingisehen Epoche 
häufig ein Dedicationsblatt, in welchem der Kaiser oder 
König die Handschrift von dem Verfertiger, oder ein 
Heiliger die Widmung derselben von dem Bisehofe oder 
Abt in Empfang nimmt. Vorangeschickt ist gewöhnlich 
ein Kalender, der als zum Eingange des Buchs gehörig, 
erst in einer Urkunde vom J. 1093 vor, wo der Besitzer, ein Laie, 
diesen Stein nebst andern Ländereien dem Kloster Abdinghof schenkt. 
Die ausdrückliche Erwähnung des Steines setzt ausser Zweifel, dass 
die Sculpturen damals existirten; indessen können sie auch früher 
entstanden sein. Die Bilcksicht auf das noch nicht ganz vertilgte 
Heidenthrlm deutet eher auf karolingische Zeiten, und liegt ganz im 
Geiste derselben. Karl selbst gebietet die Kirchen reicher auszu- 
schmiicken, gut honorem habeant majorem et exeellentiorenl quain 
fana idolorumnß Capit. de part. Sax. an. 789. e. 1. apud Baluz t. 1. (1.251.
        

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