Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-903593
Charakteristik 
des 
Styls. 
499 
Alten und Ilergebrachten, an italienische oder byzantini- 
sche Vorbilder und an Lehren des Vitruv  Die Säule 
behält noch" die Form der koriilthischen, der Pfeiler die 
des Wandpfeilers bei; die Technik ist unvollkommen und 
sorglos, alles Gute, was sie besitzt, ist römisches Erb-. 
theil. Die VVölbung ist bekannt, als Kuppel und als 
Kreuzgewölbe, aber grade Decken Waren ohne Zweifel 
häufiger, wenigstens in den basilikenartigen Bauten. Aen- 
derungen des hergebrachten Styls bildeten sich unbemerkt 
durch das Bediirfniss. Wir sprachen schon von den 
Krypten des G-rabdienstes und den Chören der Mönche 
und Stiftsherrn. Eine andere wichtige Aenderung wurde 
vielleicht durch den Gebrauch der Glocken, welcher sich 
erst jetzt verbreitete , herbeigeführt, indem man nun 
'l'hiirme baute. Hier lag der Keim zu einer bedeutenden 
Neuerung; in Italien, wo man an die alten, thurmlosen 
Basiliken gewöhnt war, setzte man den Thurm neben 
das Gebäude. In Deutschland, wo man neue Kirchen zu 
gründen hatte, musste es bequemer sein, sie damit zu 
verbinden. Am Dom zu Köln scheinen" sie gleich anfangs 
angelegt zu sein, jedoch zunächst nur in Holz, während 
der übrige Bau in Stein errichtet war. Allein diese V er- 
änderungen kamen noch vereinzelt vor, sie treten nur zu 
 Man hat aus der Verbindung, in welche Karl mit dem Kalifen 
trat, auf eine Einwirkung des (lamaligen arabischen Styls auf die 
fränkische Architektur schliessen wollen (Cordero di S. Quintino, dell' 
italiaila architettura etc. p. S1). Allein diese Annahme kann man nur 
für unbegründet halten. Die Geschenke, welche Karl von Harun-al- 
Raschid erhielt (hauptsächlich ein künstliches Uhrwerk und ein Ele- 
phant) deuten nicht dahin, und ebenso wenig die angebliche Ueber- 
(aignung des heiligen Grabes und des Ortes der Auferstehung Christi 
welche der Kalif dem Kaiser bewilligte (Eginhard, de Vita Caroli 
M. c.  Die letzte war ohne Zweifel nichts als eine Ehrc-nhrw 
zengung ohne wirklichen Einfluss. 
324"
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.