Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-903553
Veränderungen 
Basilikenform. 
der 
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Jahrhunderte Sitte geworden, mehrere Altäre in derselben 
Kirche zu errichten; man musste daher N ebenräume wün- 
schen, wodurch denn das Querschiff, welches vor der 
östlichen Concha lag, und bei dem man schon früher mit 
Wohlgefallen bemerkt hatte, dass es der Kirche die ehr- 
würdige Gestalt des Kreuzes gab, in allgemeine Aufnahme 
kam. Eine dritte neue, sehr eigenthüxuliehe Einrichtung 
war die Anlage zweier Chöre, in Osten und VVesteu, 
auf den beiden schmalen Seiten der Kirche. Eine solche 
Anordnung hatten ausser der erwähnten Abteikirche zu 
St. Gallen (seit S30] die grosse Klosterkirche zu Fulda, 
und endlich der Dom zu Köln (814-873) k). Was hiezu 
veranlasste, ist nicht gewiss; wahrscheinlich waren man- 
che Zufälligkeiten dabei im Spiele. Die Kirche zu Fulda 
bewahrte das Grab des Apostels der Deutschen, des 
heiligen Bonifacius ; anfangs hatte dieses seine Stelle 
mitten in der Kirche; sei es aber, dass der Zufluss der 
Frommen hier dem regelmässigen Gottesdienste hinderlich 
war, oder dass der Ort nicht bedeutend genug erschien, 
man verlegte die Grabstätte auf die Westseite, in eine 
besondere Krypta, welche wie die östliche auf Säulen 
ruhete und von drei Fenstern beleuchtet war; über dieser 
westlichen Krypta erhob sich denn auch die zweite Apsis "i'll 
 Der Plan von St. Gallen bei Mabillon annal. ord. S. Bened. 
II. p. 571; über den Dom zu Köln s. Boisseree (der sich freilich auch 
nur auf die Beschreibung des späten Gelenius stützt; dessen Quelle 
uns unbekannt ist); über die Kirche zu Fulda, BrowerAntiqu. Fuld. 
p. 106-112. Dieser glaubt zwar; dass die erste Kirche ein Quadrat 
gebildet habe (p. 103), indessen spricht die Erwähnung des Quer- 
schißs, der bogentragenden Säulen, und auch der Umstand, dass die 
zwei Krypten früher als besondere Kirchen angesehen wurden. 
(Schannat. Probat. bist. Fuld. p. 1,2) für die längliche Gestalt. 
H) Candidus bei Brower a. a. 0. zählt unter den Theilen der 
Kirche auf: ad crucem ubi martyr Bonifacius primum fuerat tumulatus 
und später: in absida occidelmtali ubi nxartyr ßonifacius quiescit.
        

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