Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898955
Christliche 
Basiliken. 
3 ö 
erschien. Dagegen stellten die Römer in ihren Tempeln 
gern die Statuen in Osten auf, damit die Götter als Licht- 
bringende erschienen g). S0 betrachteten es auch die 
Christen, indessen sah man es nur als üblich, nicht als 
notlmrendig anm), und wich davon schon aus leichten 
Gründen ab. 
R) Vitruv. lV. 5. 
Gölterbild in Norden. 
das 
In dem etruskischenl Tempel stand dagegen 
K. Ü. Müller, Elruskcr, II. 137. 
 Die Aeussernngen der Schrifsteller iiber die Lage der Kir- 
chen nach den l-limnxelsgegenden sind oft dunkel, indem man nicht 
deutlich ersieht, ob eine Stellung ausserhalb oder innerhalb der Kirche 
angenommen ist. Unzweideutig ist die Bezeichnung, welche WVala- 
frid Strabo (de reb. eccl. c. 4, aus dem 9. Jahrh.) braucht, wenn 
er sagt: Usus frequentior habet, in orientein orantes converti. Ilier 
liegt also für den, welcher im Mittelpunkte der Kirche steht, der 
Altar in Osten, der Eingang in Westen. zweifelhaft ist dagegen 
der Ausdruck in den (freilich apokryphen) Constit. Apost. lib. 2. 
c. 57: Aedes sit oblonga ad orientem versus; wir können eigentlich 
nur soviel daraus entnehmen, dass man die Richtung von Westen 
nach Osten, im Gegensatze der südlich-nördlichen, für die Länge 
des Gebäudes festhielt. Schon im 5. Jahrh. gab es indessen eine 
bestimrntere Regel, von der man sich jedoch nach den Erfordernissen 
der Localität abzuweichen erlaubte. Paulinus von Nola (ep. 32 oder 
12 ad Sever.) von der von ihm erbauten Basilika sprechend, sagt: 
Prospectus Basilicae non, ut usitatior mos est, orientem spectat, 
sed ad  Felicis basilicam pertinet, memoriam ejus adspiciens. Aehn- 
lich bemerkt der Kirchenhistoriker Socrates (lib. 5. c. 22) von der 
Kirche zu Antiochien, ihre Stellung sei verkehrt, der Altar ("rd 
Srmagmfptov) schaue nicht nach Osten, sondern nach WVesten. 
Bingham (Orig. eccl. lib. 8. c. 3. S. 2.) legt beide Stellen in dem 
Sinne aus, dass sie mit der des VValafrid Strabo übereinstimmen. 
Dagegen nimmt er die VVorte des Eusebiils bei der Beschreibung der 
Basilika. zu Tyrus (Hist. eccl. X. 14.) im entgegengesetzten Sinne, 
obgleich sie eigentlich ebenso wie die des Paulinus lauten, denn 
Eusebius sagt, dass der Erbauer "die ersten Zugänge gegen die 
Strahlen der aufgehenden Sonne altsgebreitet habeß Dabei ist noch 
zu beachten, dass Eusebius in seiner Beschreibung von aussen nach 
innen fortschreitet, weshalb er wohl so auszulegen ist. dass dem
        

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