Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-903483
488 
Bauten 
Karls 
des 
Grossen. 
Auch die FensteröHnungen hatten einen Schmuck von 
Mosaik. Dagegen waren sie und ohne Zweifel auch die 
Thüren ohne alle architektonische Gliederung, und über- 
haupt alle Profile der Gcsimse und Bogen roh und ohne 
feinere Bearbeitung. Jene zweiunddreissig Säulen in den 
Arcaden hatten Stämme von ungleicher Länge, aus an- 
tiken Gebäuden genommen, mehr oder Weniger von edlem 
farbigeMGranit, theils polirt, theils rauh, mit Basen von 
verschiedener Höhe zur Ausgleichung der Differenz, mit 
Kapitälen von zusammengesetzter ionisch-korinthischer 
Ordnung in ziemlich roher Arbeit. Auch an Metallschmuck 
fehlte es nicht, noch jetzt sind die Broncegeländer an 
den Bogenöfnungen der obern Arcaden, in sehr eigen- 
thümlicher und zierlicher Zeichnung, erhalten. Manerkennt 
schon aus dieser kurzen Beschreibung, dass das Gebäude 
mit seinen verschiedenen Stockwerken und Bogenödnun- 
gen, mit den dazwischen gestellten Prunksäulen , mit 
dem Glanz der edlen Steinarten und Mosaiken einen 
höchst reichen Anblick gewähren musste, und dass es 
mehr dem byzantinischen Bau von S. Vitale zu Ravenna 
als den einfachen römischen Basiliken nahe stand. Indes- 
sen ist doch in manchen Zügen eine strengere Beibehal- 
tung der altrömischen Formen, als in den südlichen Bau- 
ten wahrzunehmen. Die ganze Construction ist deutlicher, 
zusammenhängender; die Mehrzahl der Kuppeln oder der 
gewölbten Nischen, die Mannigfaltigkeit der Kapitäle, 
die wir in S. Vitale bemerken, ist nicht wiederholt. 
In constructiver Hinsicht zeigt das Gebäude noch 
ein grosses Geschick des Meisters. Besonders interessant 
sind die Wölbungen des Umgangs in beiden Stockwerken. 
Indem nämlich dieser Umgang ein Sechszehneck bildet, 
dessen Seiten theils den acht Seiten des Mittelbaues,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.