Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-903444
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Römische 
Architektur 
bei 
den 
Deutschen. 
schlechts, Während der Wilden Kämpfe, Welche das Land 
verwüsteten, litt ohne Zweifel auch die Baukunst; in- 
dessen fehlte es doch nicht an Gelegenheit zu einzelnen 
prachtvollen Bauten, und in den geringen Ueberresten 
derselben linden wir noch immer unverkennbare Nach- 
bildungen römischer Formenii). Die Technik der galli- 
schen Bauleute wurde denn auch in den benachbarten 
Ländern anerkannt; ein brittischer Abt im 7. Jahrhundert 
liess sich aus Gallien Maurer kommen, damit sie ihm, 
wie es in der Nachricht heisst, eine steinerne Kirche 
nach der Sitte derRömer errichteteniiii). Eine glän- 
ram 45, fenestras in altario 32, in capso 20, columnas 41, in toto 
aediiicio fenestras 52, columnas 120, ostia S, 3 in altario, 5 in capso. 
Hier entsteht denn eine grosse Schwierigkeit. dadurch, dass in altario 
32 Fenster und mithin mehr sind als in capso, im Schiffe. In der 
Ausgabe des Greg. Tur. von Guadet und Taranne (Paris 1836) ist 
eine Restauration versucht, nach welcher das altarium (da. es über 
dem Grabe des Heiligen gebaut) eine kreisrunde Form erhält. Allein 
die Stelle scheint verdorben und lückenhaft. Es bleibt unerklärbar. 
woher im Schiffe eine ungrade Zahl der Säulen entstehn können, 
und wodurch die Zahl der Säulen im Ganzen sich so gewaltig ge- 
steigert habe. Unwahrscheinlich ist es, dass der sorgsame Kirchen- 
historiker eine so eigenthiilnliche Construction wie die vorausgesetzte 
nicht besonders gerühmt haben würde. 
 So liess Dagobert I. die Abteikirche von St. Denis (von 
deren Erneuerung im 12. Jahrhundert später die Rede sein wird) 
prachtvoll ausschmücken; sie prangte mit Marmor, edeln Metallen 
und Teppichen. Hier und in der Kirche von Montmartre, so wie in 
der Abteikirche von Jouarre hat man Kapitäle mit schlechter Nach- 
ahmung antiker Formen gefunden, welche der merowingischen Zeit 
anzugehören scheinen. Bäv. de l'A1'ch. 1841. p. 289. Auch die 
Krypta -der alten Basilika von S. Denis scheint noch als mittlerer 
Theil der jetzigen, von dem berühmten Suger im 12. Jahrh. erbauten, 
grössern Krypta erhalten.  
M") Bedae Ven. hist. abb. WViremuth. (Bei Lappenberg Gesch. von 
England I. 5,170): Benedictus Gallias petens coementarios, qui lapi- 
deam sibi ecclesiam juxta Bomanorum more m facerent etc. ,Bis 
dahin hatten die Britten ihre Kirchen von Holz gebaut und mit Schilf
        

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