Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898944
Architektur 
des 
Verfalls. 
andern die Weiber. Im Mittelschiffe war dann ein grösse- 
rer, von einem Geländer oder einer Mauer umschlossener 
Raum für den Chor der Geistlichkeit. In demselben stan- 
den zwei Kanzeln (Ambones) i?) von welchen die Evan- 
gelien und Episteln verlesen wurden, für jene die nörd- 
liche, für diese die südliche bestimmt. Auf diesen Chor 
folgte dann der Altar, häufig in der Folge mit einem 
von vier _Säulen getragenen Baldachin bedeckt, hinter 
welchem endlich in der Ründung, die das Gebäude schloss, 
(Concha, Apsis) der Bischof und die höhere Geistlichkeit 
ihre Sitze hatten, während seitwärts vor der Concha 
Plätze für vornehme Männer und Frauen und später auch 
für Mönche und Nonnen abgesondert waren (Senatorium 
und Matronaeum). Dieser ganze Raum, in welchem sich 
der Altar und die bevorzugten Mitglieder der Gemeinde 
befanden, hiess Sanctuarium; er wurde bald als ein 
Ganzes behandelt, das sich ebenso hoch und breiter als das 
Schiff vor der Concha erstreckte und wodurch die Gestalt 
der Kirche dem griechischen Buchstaben Tau (T) glich, 
woraus etwas später die Kreuzesform ausgebildet wurde. 
Auch gab es zuweilen noch bestimmte, abgegränzte Oerter 
für stilles Gebet oder frommes Nachdenken (Cubicula)  
die später auch wohl zu Grabstätten dienten.   
Der Altar erhielt gewöhnlich seine Stelle in Osten. Der 
Ursprung dieses Herkommens ist ungewiss. Der salomo- 
nische Tempel hatte die entgegengesetzte Richtung ge- 
habt, wahrscheinlich bloss deswegen, weil nach jüdischem 
Sprachgebrauche der Osten die vordere Himmelsgegend 
hiess, und daher als die zum Eingange passende Seite 
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