Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Altchristliche und muhamedanische Kunst
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-898144
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-903388
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Römische 
bei 
Architektur 
den 
Deutschen. 
andern, wahrscheinlich innern Theile des Schlosses be- 
sitzen wir eine Abbildung in den Mosaiken von S. Apol- 
linare nuovo; es sind oiTene Säulenhallen mit Vorhängen, 
ähnlich wie wir sie auch auf spät-römischen und byzan- 
tinischen Bildwerken dargestellt finden. Die merkwür- 
digstc Reliquie aus 'l'heoderichs Zeiten ist sein eignes 
Mausoleum, das er sich noch bei seinem Leben errich- 
ten liess, und das jetzt unter dem Namen S. Maria della 
Rotonda als Kirche dient. Es ist ein einfaches massen- 
haftes Gebäude; ein zehneckiger Unterbau, massiv, nur 
von Gängen in Kreuzform durchschnitten, deren Mittel- 
punkt wahrscheinlich zur Aufstellung des Sarkophags 
bestimmt war. Darüber ein höheres Stockwerk, im 
Aeussern ebenfalls zehneckig, aber von bedeutend kleine- 
rem Durchmesser, und innerlich hohl, eine runde I-Ialle 
bildend; das Ganze endlich von einer flachen Kuppel ge- 
deckt. Das obere Geschoss war (wie man erkennen 
kann) von einem Portikus von Säulen oder Pfeilern um- 
geben, der durch Rundgewölbe an die Mauer anschloss. 
Eine freie Doppeltreppe führte von Aussen her in diesen 
Portikus und durch ihn in das Innere des obern Geschos- 
ses. Das Ganze kam so den Gräbern der römischen 
Kaiser, namentlich dem des Hadrian, ziemlich nahe. Sehr 
eigenthümlich ist aber die Kuppel, denn sie besteht nicht 
aus einem Gewölbe, sondern aus einem einzigen Fels- 
Stücke, das etwa vier und dreissig Fuss im Durchmesser 
und drei Fuss Dicke hat. Diese ungeheure Last aus den 
istrischen Steinbrüchen hierher zu schaffen und besonders 
sie auf die Höhe des Gebäudes, vierzig Fuss über dem 
Boden, zu erheben, war ein wahrhaft grossartiges Unter- 
nehmen, ein Beweis bedeutender mechanischer Technik. 
Dieser einfache und kühne Gedanke mag in dem llaupte
        

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